Ein Kampf gegen Windmühlen? Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik siegt
✍ Scribed by Anthony P. Davis
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1998
- Tongue
- English
- Weight
- 56 KB
- Volume
- 110
- Category
- Article
- ISSN
- 0044-8249
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✦ Synopsis
Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik gehört sicherlich zu den lästigsten naturwissenschaftlichen Prinzipien. In puritanischer Weise schreibt er uns vor, daû wir nicht dürfen, was wir so gerne täten: die enormen vorhandenen Mengen an thermischer Energie bei Raumtemperatur in nutzbringende Arbeit umzuwandeln. Er verspricht uns aber weder Erlösung noch eine Belohnung als Ausgleich für diese Einschränkung. Im Grunde sind wir dazu verdammt, in einem Meer der öden Uniformität unterzugehen, wenn die Entropie ihrem düsteren Ende entgegenstrebt. [1] Leider scheint der zweite Hauptsatz aber auch zu den sichersten der naturwissenschaftlichen Prinzipien zu gehören. Die Vorstellung von einer Vorrichtung, die ihn bräche, ein Perpetuum mobile der zweiten Art, wurde schon seit langem als abseits jeglicher ernsthaften Wissenschaft, als Beleg für Torheit oder sogar als Quacksalberei betrachtet.
Daher ist es bemerkenswert und auch erfrischend, in der Angewandten Chemie eine Arbeit zu entdecken, die den zweiten Hauptsatz in raffinierter und eleganter Weise herausfordert. [2] Wohl in weiser Voraussicht gehen die Autoren nicht direkt auf die thermodynamischen Konsequenzen ihrer Experimente ein, doch sind ihre Absichten sicherlich eindeutig. Kelly und seine Mitarbeiter vom Boston College in Massachusetts synthetisierten die als ¹molekulares Sperradª bezeichnete Verbindung 1. [2] Deren polycyclische Struktur ist ziemlich starr, hat aber einen inneren Freiheitsgrad für eine Rotation um eine Einfachbindung zwischen der Triptycenund der Benzophenanthren-Einheit. Wie bei der zuvor von