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Ein Fall von traumatisch entstandenem Hallux-valgus nach Großzehengrundgliedbruch

✍ Scribed by Gottlieb Zrubecky


Publisher
Springer
Year
1954
Tongue
English
Weight
516 KB
Volume
46
Category
Article
ISSN
1434-3916

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✦ Synopsis


Bei der Durehsieht der Lehrbfieher der Orthop~idie fallen die versehiedenen Meinungen fiber die Entstehung des Hallux-valgus auf. So sehreibt FRITZ LARGE in seinem Lehrbueh der OrthopSAie fiber die Entstehung des Hallux-vMgus: ,,Er ist entweder angeboren oder erworben dureh das Tragen zu spitzer Stiefel." HAss sehreibt fiber die Ursaehe dieser so hSmfigen Deformit/it: ,,Der typisehe IIalluxvalgus ist eine statisehe Deformit~t und unmittelbare Folge des Querplattfuges bzw. Spreizfuftes." G. Hot~MA~-wieder sieht im ttallux-valgus eine Belastungs-deformitS~t und zwar eine Teilerseheinung eines Spreizfuges. Aueh O. ST~ACKER ffihrt die Ursaehe des Hallux-valgus nieht nur auf sehleehtes Sehuhwerk zurfiek, sondern sieht in einer konstitutionellen Sehw~ehe tier B~nder bei entspreehender Disposition die Ursaehe der HMlux-valgus-Bildung. In letzter Zeit bezeiehnet SOKrgKST~C~T Yon der Orthop~disehen Klinik in Dfisseldorf den Hallux-valgus als eine besondere Lokalisation des Rheumasehadens. Er begrfindet diese Ansieht mit dem Naehweis yon engen Beziehungen des Hallux-valgus zu akutem fieberhaftem Gelenkrbeuma.tismus, zu Fokalinfektion oder Symptomen einer Fokalinfektion. A. NSLL~R sieht den Hallux-valgus als eine Folge der Arthritis deform~ns des Grol3zehengrundgelenkes an.

Wir konnten in keinem Fall einen Hinweis auf eine traumatisehe Genese des H~llux-valgus finden. Daher nehmen wir an, dal3 der im folgenden angeffihrte Fall, weleher die Entstehung einer Hallux-valgus-Deformit~t naeh einem Grogzehengrundgliedbrueh zeigt, yon Interesse ist.

Von den in den Jahren 1948 bis 1949 im Unfallkrankenhaus Wien zur Behandlung gekommenen 670 Brfiehen der Grogzehe betrafen 548 Brfiehe das Endglied und 122 Brfiehe das Grundglied. Beim typisehen Grogzehengrundgliedbrueh ver-l~uft der Bruehspalt subtroehlear und es besteht ein dorsal oftener Winkel. Manehreal reieht ein zweiter Bruehspalt in das Endgelenk, so dal3 sieh ein T-Brueh abzeiehnet. Seitenversehiebungen naeh dorsal und plantar, Verdrehungen der Bruehstfieke und Subluxation des Endgliedes naeh plantar zi~hlen ebenfalls zu den typisehen Versehiebungen, jedoeh konnten wit Aehsenkniekungen im Sinne eines tibial oder fibular oftenen Winkels nieht beobaehten.

Bei unserem Fall handelt es sieh um einen 46j~hrigen Itilfsarbeiter, welehem am 1.7. 1948 eine 300 kg sehwere Eisentraverse aus 10 em H6he auf den linken


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