𝔖 Bobbio Scriptorium
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Ein Fall von Synovitis chronica villosa generalisata (Lipoma arborescens)

✍ Scribed by E. A. Gäde


Publisher
Springer
Year
1961
Tongue
English
Weight
379 KB
Volume
53
Category
Article
ISSN
1434-3916

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✦ Synopsis


Zu den sehr seltenen idiopathischen Erkrankungen des Kniegelenkes geh6ren Falle yon ehroniseher Synovitis villosa bzw. Arthritis villosa oder Arthritis arboreseens bzw. Lipoma arboreseens. Im Handbueh der 0rthop/~die 1961 schreibt DEBaUN~E~ fiber dieses Krankheitsbild folgendes : ,,Zu den idiopathisehen Erkrankungen am Kniegelenk ist aueh das Lipoma arboreseens zu zghlen. Die Fahndung naeh einem Erreger hat bisher versagt. Wir wissen niehts fiber die Ursaehe des Leidens und erklgren in Ermangelung belegbarer Tatsaehen die Entstehung aus einer Summation von Reizen auf eine konstitutionell erh6hte Proliferationsbereitschaft der Synovialis. Das ausgepr~gte Leiden findet sieh namentlieh bei M~nnern mittleren Alters und besehr~nkt sieh auf die Kniee. Im Laufe von Jahren sehwillt das Gelenk allm~hlieh an. Da keine Sehmerzen bestehen, werden erst die auff~llige Verdickung und eine gewisse bewegungshindernde Spannung den Patienten zum Arzt treiben. Gelegentlich treten leieht erklgrliehe Einklemmungserseheinungen auf. Die Flfissigkeitsansammlung ist gering. Die weiehen Binnenmassen k6nnen eine Fluktuation vorti/usehen. Das Gelenkinnere zeigt eine ger6tete Synovialismembran, die dicht mit Zotten yon versehiedenster Gr6ge und Form besetzt ist. Die Oberflgehe erhglt dutch eine Unzahl winziger H6eker ein sammetartiges Aussehen. Viele der gr61?eren Zotten und Troddeln zeigen hSmorrhagisehe Infarzierungen oder peudeln an dtinnen Stielen ins Gelenkinnere. Andere haben sieh yon ihrer Basis gel6st und verfallen der Degeneration. Das stratum fibrosum ist fiberdehnt, abet nieht verdiekt. Der Gelenkknorpel scheint intakt. Die Differentialdiagnose des seltenen Leidens hat vor allem auszumerzen den Verdaeht auf eine der langsam verlaufenden tuberkul6sen Fungusbildungen oder auf eine eehte Geschwulsg (Lipom, Liposarkom u. a.). Als einzige erfolgreiehe Behandlung hat sieh die totale Synovektomie bewahrt, die infolge des Gefal3reichtums der kranken Gelenkhaut eine l~nger dauernde postoperative Kompression im Gummisehwamm-Gipsverband n6tig maeht." Der Zufall ergab, dal3 ein besonderer Fall dieser Art yon mir beobachtet und operativ behandelt wurde. Er wird naehstehend wiedergegeben. R. N., geb. 28.4. 1944, stellte sieh im Mai 1958 erstmalig bei mirvor. Bei dem 14j~hrigen Patienten bestand ein beiderseitiger Hohlfug mit Os navieulare eornutum. Die Kniegelenke und sonstigen Gelenke zeigten keine krankhaften Veranderungen. Am 3.3. 1959 erfolgte die zweite Vorstellung des Patienten mit der Angabe, dal] seit 2--3 Monaten in beiden Kniegelenken ein Kraehen best/~nde.

Befundmggig wiesen beide Kniegelenke, besonders innen, Verdiekungen auf, reehts starker als links. Die gesamte Gelenkkapsel war ffihlbar angesehwollen. Es bestand ein m~gigstarker ErguB. Die Blutk6rperehensenkungsgesehwindigkeit betrug 3/s mm naeh WESTE~G~E~.