𝔖 Bobbio Scriptorium
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Ein Beitrag zur elektromyographischen Differentialdiagnose von Myositis, Muskeldystrophie und leichten neurogenen Paresen

✍ Scribed by W. D. Baedeker


Publisher
Springer-Verlag
Year
1962
Tongue
English
Weight
704 KB
Volume
203
Category
Article
ISSN
1433-8491

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✦ Synopsis


Mit Hilfe der elektromyographisehen Methodik ist es heute in den meisten Fallen nicht sehwierig, Myopathien yon neurogenen Paresen abzutrennen, ttier gibt es eine ganze Reihe yon Unterschieden im elektrischen Verhalten des Muskels, sowohl bezfiglieh des Potentialmusters bei maximaler Aktivitat als aueh bezfiglich der Spontanaktivita~ und der Dauer der Einzelpotentiale, die erst kiirzlich yon MEI~TENS in iibersichtlicher Weise zusammengestellt wurden. Jedoch bereitet die elek~romyographische Diagnose der Progressiven Muskeldystrophie und ihre Abtrennung yon anderen Myopathien, die wir im folgenden unter der Bezeiehnung ,,Myositis" zusammenfassen, aueh heute noch haufig Schwierigkeiten.

Das wesentlichste Merkmal im elektromyographischen Bild der Progressiven Muskeldystrophie (PMD) ist die verkiirzte Potentialdauer der einzelnen Aktionspotentiale. Jedoeh finder sieh diese Erseheinung auch bei anderen Myopathien, und eine Znsammenstellung der Aktionspotentialdauer bei 14 FAllen yon PMD und 14 anderen Myopathien (,,Myositis") zeigt, dab sich hinsichtlieh der Aktionspotentialdauer keine signifikanten Unterschiede ergeben (Tab. 1). Ist aber gleiehzeitig eine Spontanaktivit~t vorhanden, so ergeben sich hierdnreh gewisse Unter-scheidungsmSgliehkeiten. Wahrend wir bei der ,,Myositis" nur eine ungeordnete, kurz dauernde Eins~ichaktivitgt registrieren kSnnen, finder man bei der PMD bei Reizung des Muskels dutch passive Dehnung oder Einstich geordnete, oft polyphasische Potentiale derselben motorisehen Einheit (oder Einheiten) yon konstanter Frequenz (Abb. 1). Die ffir die myotonische Reaktion eharakteristisehe Frequenzabnahme konnten wir * Mit Untersttitzung der Deutschen Forschungsgemeinschaft.