𝔖 Bobbio Scriptorium
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Ein amerikanisches wissenschaftliches Reserve-Offizierkorps

✍ Scribed by Alfred Peuker; Oliva b. Danzig


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1918
Tongue
English
Weight
357 KB
Volume
31
Category
Article
ISSN
0044-8249

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✦ Synopsis


Von besonderer Bedeutung fur die weitere Arbeitsrichtung wurden die interessanten Beobachtungen, die J. mit seinem Mitarbeiter E. H. K a n t e r bei den bereits angedeuteten Versuchcn zur Darstellung reiner Kieselsiiure machte. Als sie niimlich eine mit Salzsiiure angesiiuerte, verdunnte Wasserglasliisung durch Dialysc von Chlor und Alkali befreien wollten, schied sich die Kieselsiiure nsch einer gewissen Zeit gelatinos aus; die Analyse ergab aber, daO das erhaltene Gel durchaus noch nicht frei von Chlor und Alkali war, und weiterhin lieB sich feststellen, daB Kieselsiiuresol uberhaupt nur bei Gegenwart einer gewissen Menge der genannten Bestandteile eristenzfahig ist; wird diesc untenchritten, so flockt das Gel aus. Dicse bedeutsanie Tatsache hat J. zum Ausgangspunkt einer Reihe von Untersuchungen gedient, sie ist auch die Veranlassung gewesen, daB er hinfort mehr und mehr dern Studiuni der Kolloide zuneigte. Ah Ergebnis dieser Studien erschienen mehrere AufsiitzeP), in denen J. rnit Begeisterung eine neue Auffassung vom Wesen der Kolloide vcrtritt, Theorien, die allerdings lebhaftem Widerspruch begegneten und sich nicht zu behaupten verrnochten.

Weitere Arbciten von J. betreffen: Salze des Antinions mit organischen Siiurens), Fallungen von Metallsalzliisungen durch Alkalihydroxyd und Carbonatlosungene), Oxydation von Ferro-sal~liisungen~), Einwirkung von Sauerstoff auf Metallea) und Einwirkung von Schwefel liisenden Flussigkeiten auf Metalls~lfide~). Ein Teil der angefuhrten Arbeiten hat durch den alJzufruhen Tod ihres Urhebers leider nicht den gewiinschten AbschluB gefunden. Wie J. wicderholt LuBcrte, sollte ihn auch die Zenientfmge, die ihm durch sein Arbeitsgebiet nahe geruckt war, in Zukunft niiher bcschaftigen; der Aufsatz ,,Geschichtlichc Entwicklung der Theorien uber die Konstitution des P~rtlandzenientes"'~) beweist, daB er dieseni wichtigen Gebiet der Technik schon fruh sein Interesse zu- genandt. Xicht unerwahnt darf schliel3lich bleiben, daB wir J. das Generalregister der ersten 10 Jahrgiinge der Zeitschr. f. Elektroch. verdanken, das er niit groner Sorgfalt im Auftragc der Bunsen-Cksellschnft verfaste. Dcr let,zte Aufsatz von J . in dieser Zeitschrift, (Angea-. Chem. 30, I, 336 [1916]) zeigt, wie selbst ,,auf Vorposten" Hochschulfragen seine Gedanken beschiiftigcii.

Verfolgt man die Abhandlungen von .I., SO gcwinnt. man bald dcn Eindruck, daO der Verfasscr von wissenschaftlichem Ernst und Begeisterung fur seine Sache erfullt ist,, wiihrend anderecseits gewisse spekulativc Keigungen mehr oder weniger zutage treten. Wenn letztere ihn auch hier und da zu Schliissen verfuhrt haben niogen, die in Clem vorhandenen Tatsachenmaterial nicht entsprechend begrundet lagen, so wirkte andererseits das Bestrebcn, bei seinen Forschungen stets groBere Gesichtspunkte herauszufinden, immer anregend auf dic Umgebung. Diese nicht zu unterschiitzende Eigenschaft des akademischen Lehrers, im Verein rnit einer aus- gesprochenen Freude am Lehren, trug ihm auch Verehrung und Wertschiitzung bei scinen Schiilern ein, dazu kam, da13 J. seinen Mitarbeitern in allen Dingen bereitwilligst mit Rat und Tat eur Seitc stand, so daB er mit nianchen in freundschaftlicheni Verhiiltnis dnucrnd verbunden blieb.

J. war cine gerade, aufrechte Natur von vornehrner Gesinnung. So sehr er auch seinen Standpunkt zu wahren wuRte und gegebenenfalls recht temperamentvoll auftreten konnte, so wuBtr cr in der Diskussion doch stets die Grenze zu wahren. Als Freund und Kollege war J. zuverlassig und stets hilfsbereit. Sein Interesse galt vor allen Dingen seiner Wissenschaft, in zweiter Link fuhlte er sich als Offizier. Die hohe, breite Gestalt mit dem niiinnlich schonen Kopf inachte in der Uniform einen besonders vorteilhaftcn Eindruck. Seine Vorliebe fur militiirische Dinge, iiber die er bei Gelegenheit recht interessant zu unterhalten wuBte, lieBen ihn die Vorgange in Heer und MaTine stets aufmerksarn verfolgen. Fur ihn waren die rnilitiirischen ubungen, die seine Ferienzeit so oft in Anspruch nahmen, eine gem getragene Burde, erblickte er doch in richtiger Erkennt,nis unserer polit,ischen Lage in der Schlag-