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Dyspepsiecolibefunde am Hygiene-Institut Frankfurt am Main in den Jahren 1957?1960

✍ Scribed by Polanetzki, U. ;K�hlwein, I.


Book ID
104772326
Publisher
Springer-Verlag
Year
1961
Weight
568 KB
Volume
86
Category
Article
ISSN
0044-2917

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✦ Synopsis


Die Frage nach der Pathogenit~t yon Colibakterien und ihrcr m6glichen Beziehung zu akuten Durchfallserkrankungen yon Kleinkindern wurde erstmahg 1900 yon ESCJ~ERIC~ und 1905 yon MORO aufgeworfen. Versuehe, Colibakterien aus den Stfihlen kranker und gesunder Kinder mit Hilfe biochemischer Methoden zu unterscheiden, waren erfolglos (ADAM; PIPIRS; GOLDSCHMIDT; KYRKI; BOIVIN und Mitarbeiter). Erst als 1942 und 1947 mit der Antigenanalyse yon E. coli durch KAVFFMANN und Mitarbeiter die MSglichkeit der serologischen Differenzierung yon Colibaktcricn gegebcn war, zeigte sich, dag schon vorher als siiuglingspathogen erkannte sog. ,,Dyspepsiecoli"-Sts (Begriff nach ADAM) zwei bestimmten Serotypen angehSrten (KAuFI~MANN). Berichte fiber diese ersten bci Sguglingsenteritiden naehgewiesenen Typen 0111:B4 und 055:B5 lagen bald aus fast allen Teilen der Welt vor, wenn auch ihre tt/~ufigkeit in sfidlichen L~ndern seltener zu sein scheint (BRAUN).

In den folgenden Jahren wurde bei Epidemievorkommen und Einzelerkrankungen junger Kinder eine l~eihe weiterer Coliserotypen isoliert, undes ist damit zu rechnen, dag sich ihre Zahl in Zukunft noeh erhSht.

Die Bedeutung yon Dyspepsiecoli ffir Erkrankungen im frfihen Kindesalter mug heute, wie zahlreiche Literaturangaben beweisen, als unbestritten gelten. Als Erreger akuter Sauglingsenteritiden werden sic in 30--60% aller F/~lle angesehen (FRIEDERISZICK, POLANETZKI U. ERIS, Ki}DITZ U. WEINERT, I)EHNERT U. KLIMM) und ihre epidemiologisch bedeutungsvolle Rolle ftir Anstaltsendemien wird betont (BRAUN; MAR-GET ; OCKLITZ U. SOIIMIDT ; Mo SER u. PETTER ; GILES und Mitarbeiter ; DE~NE~T u. KLIMM u. a.).

In Anbetracht der standig steigenden Zahl yon Dyspepsiecoliuntersuchungen am Hygiene-Institut Frankfurt am Main erscheint es uns berechtigt, unsere Befunde aus den Jahrcn 1957--1960 mitzuteilcn. Besonderes Interesse verdient dabei, dag sich die relative H/iufigkeit der einzelnen Serotypen in diesen Jahren stark gegndert hat. Erg~nzend soll