Die Wasseraufbereitung in der Zellstoff- und Papierindustrie
✍ Scribed by Dr. Phil. Nat. Erich Seyb
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1955
- Tongue
- German
- Weight
- 675 KB
- Volume
- 27
- Category
- Article
- ISSN
- 0009-286X
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✦ Synopsis
In der Zellstoff-und Papier-Fabrikation werden in zunehmendem MaOe hohere Kesseldrucke angewendet. Dies erfordert eine besonders sorgfaltige Aufbereitung des Kesselspeisewassers. ZweckmaOig kombiniert man diese Aufbereitung mit der des Betriebswassers, an das besondere betriebstechrtisch bedingte Forderungen gestellt werden mussen. Der folgende Beitrag wird aus Anlaf3 des hundertjahrigen Bestehens a m 11. Mai 1955 der Firma L. & C. Steinmuller veroffentlicht, die an dieser Entwicklung beteiligt ist. In dem Beitrag wird ein Uberblick uber die Entfernung der'schwebestoffe, der Eisen-und Mangan-lonen, die Beseitigung der Carbonat-und Nichtcarbonatharte sowie der Kieselsaure, die Vollentsalzung sowie die Entgasung gegeben.
Die Fortschritte in der Wasseraufbereitung sind fiir die Zellstoff-und Papier-Fabrikation insofern wichtig, als neben dem Kesselspeisewasser auch das Betriebswasser aufbereitet werden muO. Die Forderungen, die man an das Betriebswasser der Zellstoff-und Papierfabriken stellt, gelten auch fur die Aufbereitung eines Kesselspeisewassers, so daa es naheliegt, die Aufbereitung fur den Betrieb und das Kraftwerk zu kombinieren.
Nach Wurd) sind folgende F o r d e r u n g e n an ein Betriebswasser der Zellstoff-und Papierfabriken zu stellen:
Es mul3 farblos, frei von Schwebestoffen und organischer Substanz sein, darf Eisen-und Mangan-Ionen nur in Mengen von 0,1 bzw. 0,05 mg/l enthalten, sol1 nicht aggressiv sein, d. h., auch keine freie Kohlensaure in einer Konzentration von mehr als 10 mq/l enthalten. Die C a r b on a t h a r t e stort ebenfalls in der Zellstoff-Fabrikation. da bei Zusatz alkalischer Reagentien Ausflodtung entsteht. In der Papier-Fabrikation bedingt die Carbonatharte einen hoheren Alaun-Verbrauch, urn den pH-Wert auf den fur die Reaktionen mit Harzleimen notwendigen Wert zu erniedrigen. Auch die G e s a m t h a r t e ist in beiden Fallen nachteilig. Oft spielt auch der Gesamtsalzgehalt bei dem Auswaschen des Zellstoffes eine Rolle, weil dadurch der Aschegehalt beeinfluBt wird.
Zusammensetzung des Rohwassers
Die Beschaffenheit eines Rohwassers hangt weitgehend von seiner Herkunft ab. Wahrend G r u n d w a s s e r frei von Shwebstoffen und meist auch von organischer Substanz ist, enthalt es oft groBere Mengen an freier Kohlensaure sowie Eisen und Mangan. .O b e r f 1 a c h e n w a ss e r enthalt selten Eisen-und Mangan-Ionen sowie selten in groaerem AusmaD Kohlensaure, dagegen vielfach in gro-Deren Mengen Schwebstoffe und organische Substanzen.
Bei Grund-und Oberflachenwasser bestehen beziiglich H a r t e keine grundsatzlichen Unterschiede; beide konnen weich und hart sein. Der Gehalt an Carbonat-und Nicht-Carbonatharte') hangt hauptsachlih von der geologischen Beschaffenheit des Quellgebietes oder der grundwasserfiihrenden Schichten ab.
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