Die Tuberositas tibiae und ihre Entwicklung im Röntgenbild
✍ Scribed by Paul-Werner Schneider
- Publisher
- Springer
- Year
- 1959
- Tongue
- English
- Weight
- 208 KB
- Volume
- 50
- Category
- Article
- ISSN
- 1434-3916
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✦ Synopsis
Die Entwicklung der Schienbeinrauhigkeit (Tuberositas tibiae), die beim Knieenden die Masse der Kgrperlast zu tragen hat, ist nicht einheitlich. Entweder erfolgt sie yon einem selbst~ndigen Kern, der dem Schienbeinkopf streckseitig und ziemlich in der Achsenmitte vermittels Knorpel angeftigt ist, oder yon der proximalen Tibiaepiphyse aus, indem von dort ein Knoehenzapfen einw~chst. Der distale Abschnitt der Tuberositas tibiae kann fibular hSckerig vorspringen.
Zeitlich beginnt der VerknScherungsvorgang bei M~dchen durchschnittlieh im 12. (10.--14.) und bei Knaben im 14. (12.--14.) Lebensjahr. Die proximale Tibiaepiphyse, die sogenannte Waehstumsfuge, verschwindet bei M~dchen im 17. (15.--21.) und bei Knaben im 18. (17.--20.) Lebensjahr. Der proximale Tibiaepiphysenkern, der in der Regel (etwa zu 77 %) bereits vor der Geburt angelegt ist, gehSrt ebenso wie der gegenfiberliegende distale Femurkern zu den l~eifezeichen.
Die Muskelfasern der 4 KSpfe des M. quadriceps fern. ( = M. rectus fern., M. vastus reed., M. vastus lat. und M. vastus intermedius) verlaufen in gemeinsamer Endsehne unter Einschaltung der Patella als Sesambein und bilden das Ligamentum patellae, das an der Tub. rib. ansetzt. Dieses Band yon etwa 2--3 cm Breite und einer Dicke yon ca. 0,5 cm setzt mit tiefen Knochenfasern in der Schienbeinrauhigkeit an und ist hier lest verankert. Es ist yon bemerkenswerter St~rke und rei6t fast niemals selbst, sondern wird in der Regel bei ~berbeanspruehung mit seiner Verankerung aus der Tub. rib. herausgerissen. I m jugendlichen Alter, wenn sie nur mit dem Apophysenknorpel angeheftet ist und die knSchernen Versehmelzungsprozesse noch nieht beendet sind, hat dies besondere Bedeutung, da dann eine Abl5sung leichter erfolgen kann.
Ferner dient die Tub. tib. einem Teil des Pes anserinus (Endsehnenzusammenstrahlung yon M. sartorius, M. gracilis und M. semitendinosus) als Ansatz, und zwar erfolgt dertiefe Hauptansatz unterlagert yon einem Tell der Bursa anserina an ihrem tibialen Abhang.
Es wird hier so ausffihrlieh darauf eingegangen, weil diese Tatsache oft fibersehen wird. So betont z. B. BII~KNSR in seiner Erwiderung zu dem Versuch einer Analyse des Begleitschattens am fibularen Tibiarand yon RAVELLI, dal3 die Tub. tib. in ihrer ganzen GrSlte nur dem Ansatz des M. qnadriceps fern. dient.
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