Die spezifischen Wärmen der Gase für feuerungstechnische Berechnungen
✍ Scribed by Dr. Bernhard Neumann
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1919
- Tongue
- English
- Weight
- 771 KB
- Volume
- 32
- Category
- Article
- ISSN
- 0044-8249
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✦ Synopsis
I
Bei allen feuerungstechnischen Rechnungen ist die Kenntnis genauer Zahlcn der spezifischcn Warmcn der Gase unerlaBlich. Schlagt man nun irgend ein Handbuch nach, so findet man in jedem derselben anderc Zahlenwerte. Dieser Ubelstand ist sehr storend, denn auf diese Weise sind fast nie zwei Berechnungen von Flammentcmperaturen oder die Warmeinhalte von Gasgemischen vergleichbar.
Solange die Bestimmungen der spezifischen Warmen nur bei maaigen Temperaturen durchgefiihrt wurden, nahm man allgemein an, daB die spezifischen Wirmcn der Gase mit der Tempcratur gar nicht oder nur wenig veranderlich seien. Rechnet man mit unveranderlichen spezifischen Wkrmen Flammentemperaturen aus, SO ergebcn sich Werte, die alle um mehrere hundert Grad zu hoch sind.
Durch die Untersuchungen von Rf a 11 a r d und L e C h a t e -1 i e r bei Temperaturen bis zu rund 3000" wurde dann festgestellt, daB die spezifischen Warmen der Gase bei hoheren Tcmperaturen crheblich grijl3er sind, als es nach den friiher zwischen 0 und 100" oder hochstcns 200" gemessenen Wcrten anzunehnien war. Aus diesen Messungen mullto gefolgcrt werdcn, daB bei a 11 e n Gasen die spezifischen Warmen z u n e h ni e n , und zwar, daB sic mit stcigender Tempcratur g a n z g 1 e i c h m a 13 i g anwachsen. Die Zahlen von 31 a 11 a r d und L e C h a t e 1 i e r sind in cine ganze Reihe Lehr-und Handbucher iibergcgangcn (z. B. in U u n t e , Gaskursus, in R i c h a r d s , Aletallurg. Berechnungen, in die ,,Hiitte" und ,,Eisenhutte" usw.) und werden heute fast allgemein noch benutzt.
Kach zahlreichen neueren Cntersuchungen verschiedener Forscher trifft aber das geradlinige Anwachsen der spezifischen Warmen hochstens auf die sog. zweiatomigen Gase (Sauerstoff, Stickstoff, "asserstoff, Kohlenoxyd, Luft) zu, n i c h t a b e r fur Wasserdampf, Kohlensaure, schweflige Saurc und fur Gase mit groBcrer Anzahl von Atomen im Molekul. Die Zahlen von M a l l a r d und L e C: h a t e 1 i e r sind auch aus diesem Grunde nicht mehr als einwandfreie Grundlagen anzusehen.
Xach dem Jahre 1900 sind von L a n g e n, von P i e r , von B j e r r u m , fernbr von H o l b o r n , H e n n i n g , A u s t i n , von S c h e e 1, H e u s s e u. a. weitere sehr genaue Messungen bis zu 3000" ausgefuhrt worden, die rccht. gut initeinandcr stimnien. Diesc bei verschiedenen Teinperaturen ermittclten Einzelwcrte sind aber merkwurdiger Weise bishrr kauni fur tcchnische Aufgaben herangezogen worden, offcnbar deshalb, weil man mit den wenigen Einzelwerten nicht vie1 anfangen konnte, wozu noch kam, da13 cinige Forschcr ihre Zahlen bei konstantcm Druck bestimmt und so angegebcn haben, anderc auf konstantes Volunicn bezogen; in einzelnen Fallen sincl Molekularwarmen, in anderen wahrc spezifische WLrmen, dann wieder mittlere spezifischc Wlrmen angcgeben.
Bei sachgemaI3er Wertung allcr diescr evpcrimentcllen Ergebnisse findet man aber cine so weitgehende Ubereinstimmung dcr von rerschiedenen Forschcrn auf verschiedenen Wegen erhaltenen werte, daB man dic hicraus abgeleiteten Werte durchaus als e n d g ii 1 t i g ansehcn darf.
Hiernach sind also zuverliissige Werte der spezifischen Warmen allcr fur feuerungstechnische Rechnungcn und fur die Verbrennungen in Explosionsmotoren in Betracht kommencler Gase fur Tenipcraturen von 0-3000" vorhanden, es fchlt nur ndch die bequeme Form, um die neueren richtigeren Werte in praktischen Gebrauch zu nehmen.
Ich habe deshalb auf Grund nachstehend angefuhrter Unterlagen
l ) Sonderdrucke dicsev Aufsatmxs sind rom V d a g fur angewandtc Chemie G . m. b. H., Leipzig, Niimbergrr S t r a k 48, zum Preisc von JI -.40 fur das Stuck zu bcziehcn. Vcrsand gegen vor- herige Einsendung des Betrages oder gegen Nachnahme. Bei Bestellungen die nach dern 3. Juni 1919 hier eingehen, erhoht sich der F'reis auf icI -.60. Augew. Chem. 19IY. Aufaatztell (Band I) zu Nr. 38.
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