Die russische Erdölindustrie am Anfange unseres Jahrhunderts
✍ Scribed by Dr. Rudolf Wischin
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1900
- Tongue
- English
- Weight
- 637 KB
- Volume
- 13
- Category
- Article
- ISSN
- 0044-8249
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✦ Synopsis
Das russische Petroleum verschafft sich in den letzten Jahren ein immer mehr und mehr ausgedehntes Absatzgebiet auf dem Weltmarkte und insbesondere auf dem deutschen Markte. Wiihrend 1897 29 572 t rum. Petroleum in das deutsche Zollgebiet eingefiihrt wurden, stieg diese Ziffer 1898 auf 50 912 t und erreichte in den ersten 10 MOnaten des Jahres 1899 bereits die Hiihe von 69 079 t. Dieses rapide Wachsen des russischen Kerosinimports ist in erster Linie dem Entschlusse einer Anzahl deutscber Babnverwaltungen zu verdanken , statt amerikanisches 01 ausschliesslich russisches zu brennen, welches bei sonst viillig gleicher Qualitat billiger und noch obendrein vie1 weniger feuergefahrlich ist.
Das consumirende Publikum Deutschlands hatte lange Zeit bindurch und hat vielfach heute noch sonderbarerweise ein gewisses Vorurtheil dem russischen Kerosin gegeniiber, welches viillig unbegriindet ist und erfreulicherweise immer mehr und mehr schwindet. Dieses Vorurtheil mag theils aus der alten Gewohnheit entstanden sein, amerikanisches Petroleum als eo ips0 bestes Brenniil zu betrachten, theils aber auch eine Nahrung darin gefunden haben, dass die Lampenfabriken Deutschlands ausschliesslich solche Constructionen von Brennern in den Handel brachten, welche specie11 fur das leichtere amerikanische 0 1 bestimmt waren, so dass russisches Kerosin, welches beim Verbrennen einer griisseren Luftzufuhr bedarf, in der That schlecht und oft mit russender Flamme darauf brannte; endlich lag ein Grund, der den Detailhlndler bestimmte, lieber amerikanisches 0 1 zu fiihren als russisches, in dem Usus, das Petroleum nach Maass und nicht nach Gewicht zu verkaufen, so dass er aus einem Centner amerikanischem 0 1 mit dem specifischen Gewichte von etwa 0,796 bis 0,800 mehr Liter ausschenken konnte als von russischem, welches die Dichte 0,826 bis 0,828 besitzt. Diese Differenz wird allerdings durch den Preisunterschied reichlich ausgeglichen, ganz abgesehen-davon, dass die Leuchtkraft des russischen 01s bei Ch. 1900.