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Die polypharyngealen Planarienformen und ihre Bedeutung für die Deszendenztheorie, Zoogeographie und Biologie

✍ Scribed by Paul Steinmann


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1908
Tongue
English
Weight
1006 KB
Volume
1
Category
Article
ISSN
1434-2944

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✦ Synopsis


Mit einer Textfigur. Die P o l y p h a r y n g i e , d. h. das Auftreten inehrerer selbstandiger Saugrussel anstelle eines einzigen, ist eine Erscheinung im Stamine der SSwassertricladen, die allgemeines Interesse verdient. Sie kommt gelegentlich als Monstrositat bei monopharyngealen Arten vor, ist aber in einigen Fallen k o n s t a n t g e w o r d e n und ubertragt sich erblich. Die Polypharyngie ist m o r p h o l o g i s c h und p h y s i o l o g i s c h ein ganz absonderliches Merkmal, dem vollkommene Analoga aus der ubrigen Tierwelt kaum zur Seite gestellt werden konnen. Mit der Vielzahl der Mundrohren ist namlich auch eine Vielzahl der Mundoffnungen verbunden. Dadurch ergeben sich gewisse Beziehungen mit den Tierkolonien. Iin Bezug auf den auDeren Habitus und alle Organspsteme einschlieDlich den eigentlichen Darm ist jedoch die polypharyngeale Planarie ein Einzelwesen. Die Russel konkurrieren beim Nahrungserwerb und fiihren doch in den gleichen einfachen Darm. Durch die enge Mundung der Riisseltasche konnen zur Not einige Riissel (5-6) herausgestreckt werden, doch ist die Folge davon eine Zusammenschnurung an der Russelbasis und eine Erschwerung der Nahrungsaufnahme. Bei der Beobachtung des Fressens kommt man zu der Uberzeugung, daD ein einzelner wohlentwickelter Russel schneller und besser funktionieren miiDte, daR also die Polypharyngie physiologisch etwas u n z w e c kmaD i g e s sei. In diesem Sinne erhalt sie ihre besondere Bedeutung fiir die D e s z e n d e n ztheorie. Wenn es sich nachweisen lafit, daR die polypharyngealen von monopharyngealen Formen abstammen, so hat sich ein monstroses, unzweckmafiiges Merkmal erblich befestigt. Bei dem rezenten jugendlichen Charakter , den die polypharyngealen Formen tragen, und bei ihrer eigentumlichen scharfumschriebenen Verbreitung erhalt diese Frage ihren besonderen Reiz. Zu gleicher Zeit kann auch aus diesen phylogenetischen Resultaten die Zoogeograp hie ihre Scbliisse


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