Die Messung des absoluten Sauerstoffdruckes mit der Kammer-Pt-Elektrode in beliebigen Medien, insbesondere im Blut und Gewebe
✍ Scribed by K. Kunze; D. W. Lübbers; E. Windisch
- Publisher
- Springer
- Year
- 1962
- Tongue
- English
- Weight
- 874 KB
- Volume
- 276
- Category
- Article
- ISSN
- 0031-6768
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✦ Synopsis
Relative Sauerstoffdrucki~nderungen in beliebigen Medien können mit einer Platin-Elektrode nach der üblichen polarographischen Methode leicht gemessen werden. Die Bestimmung des absoluten Sauerstoffdruekes stößt aber auf Schwierigkeiten, da der Elektrodenstrom nur anzeigt, wieviel Sauerstoff an der Platinelektrode reduziert wird. Es muß also zusi~tzlieh festgelegt oder gemessen werden, wie die reduzierte Sauerstoffmenge mit dem Sauerstoffdruek (pOs) des Mediums zusammenh~ngt. Da es meist nicht möglich ist, die O~-Transportverh~ltnisse theoretisch zu analysieren, wird die Beziehung zwischen Reduktionsstrom und Sauerstoffdruck experimentell durch eine Eiehkurve bestimmt. Dazu muß das Medium mit bekannten Gasdrucken äquilibriert werden. Diese Äquilibrierung ist bei viscösen Flüssigkeiten und festen Medien schwierig, bei lebendem Gewebe unmöglich. Daher kann mit gewöhnlichen Platinelektroden nur unter ganz bestimmten Bedingungen der absolute Sauerstoffdruck gemessen werden.
Absolute pO2-Messungen in beliebigen Medien und auch im lebenden Gewebe lassen sich mit einer Kammer-Pt-Elektrode ausführen. Diese Kammer-Pt-Elektrode arbeitet nach dem von DAw~s u. B~NK (1942) für die ,recessed Pt-electrode" angegebenen Prinzip, bei der sich zwischen Pt und Medium eine mit Flüssigkeit bzw. Agar gefüllte Kammer befindet. Zur Messung wird die Kammer-Pt-Elektrode so in Kontakt mit dem Medium gebracht, daß sie den Sauerstoffdruck des Mediums annimmt. Dann wird mit einem kurzen Meßimpuls der Sauerstoffdruek in der Kammer bestimmt.
Die ,reeessed Pt-electrode" von DAw~s u. BRI~K hat den ~qaehteil, daß bei ihr das Platin nicht gegen störende Einflüsse des Mediums geschützt ist und daß die Eichung nicht in Gas erfolgen kann. Bei der von uns entwickelten Elektrode liegen Pt-Draht und Bezugselektrode gemeinsam hinter einer wasserundurehli~ssigen, aber gasdurehl~ssigen Kunststoffmembran (Clark-Prinzip). Der Pt-Draht ist so gegen schädliche * Ausgeführt mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft.