𝔖 Bobbio Scriptorium
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Die Mechanik punktförmiger Massen als Problem der Abhängigkeitstheorie.

✍ Scribed by R. Orthner


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1934
Tongue
English
Weight
672 KB
Volume
251
Category
Article
ISSN
0004-6337

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✦ Synopsis


Die unmittelbare Wahrnehmung zeigt uns die AuBenwelt als einen Komplex von Sinneseindriicken, die im Raum und in der Zeit lokalisiert sind. Bezuglich der Sinnesempfindungen zweifeln wir nicht, daB sie ausschlieBlich subjektiver Natur sind; Raum und Zeit dagegen hielt man bisher in der Physik -trotz der gegenteiligen Behauptung der Erkenntnistheoretikerfur objektiv gegeben, man betrachtete sie nicht nur a k physiologisch sondern t u c h als physikalisch real.

Man sieht es einer Erscheinung im allgemeinen nicht ohne weiteres an, ob sie bloB unserem BewuBtsein oder auch der realen Adenwelt angehort. Es gibt aber ein sicheres Mittel dies festzustellen. Wenn es sich um eine subjektive Erscheinung handelt, so spielt naturgemaI3 fur deren Beschaffenheit die Person des Beobachters eine wichtige Rolle ; je nach dessen Empfanglichkeit fur das betreffende Phanomen oder auch je nach seiner relativen Stellung zu ihm nimmt es eine andere Beschaffenheit an und verschiedene Beobachter legen daher im allgemeinen Erscheinungen dieser Art verschiedene Eigenschaften, mindestens verschiedene GroBe bzw. Intensitat bei. Unter den zahlreichen hierher gehorigen Beispielen mag eines zur Erlauterung geniigen. Eine Lichtquelle, die monochromatisches Licht aussendet, besitzt wegen des Dopplereffekts eine andere Farbe, je nachdem der Beobachter relativ zu ihr in Ruhe ist bzw. sich ihr nahert oder von ihr entfernt. Dies ware ganz unbegreiflich, wenn wir annehmen diirften, daB diese Farbe physikalisch real ist, d. h., daB jeder der drei Beobachter das eigentliche Urphanomen sieht. Es ist aber sofort verstandlich, wenn wir bedenken, daB die Farbe der Lichtquelle als die subjektive Seite eines verborgenen Vorgangs, namlich der Schwingungszahl, aufzufassen ist. Um festzustellen, ob der Raum und die Zeit der realen AuBenwelt angehoren oder nicht, mussen wir daher eine Erscheinung heranziehen, die uns Auskunft daruber gibt, ob raumliche Entfernungen und Zeitintervalle, -denn nur diese, nicht Raum und Zeit schlechthin, existieren fur den Physiker, -in ihren Eigenschaften z. B. in ihrer GroBe von der relativen Stellung des Beobachters beeinfluBt werden.

Das Ergebnis eines zuerst im Jahre 1881 von dem Amerikaner MicheZson ausgefiihrten Expenmentes ist hierfur geeignet. Ursprunglich hatte dieses Experiment keinen anderen Zweck als den festzustellen, ob eine Lichtwelle, die von einer irdischen Lichtquelle ausgeht, infolge der Erdbewegung eine Asymetrie der raumlichen Ausbreitung zeigt, wie zu erwarten ware. Es zeigte sich aber, daB dieser Effekt der Erdbewegung nicht vorhanden ist und daB a u f einem b ewegten K o r p e r d. h. i n n e r h a l b eines b e w e g t e n Bezugssystems n i c h t n u r d i e L i c h t a u s b r e i t u n g , s o n d e r n


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