Die mathematische Begründung des Avogadro'schen Gesetzes
✍ Scribed by Mohr, Friedrich
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1871
- Weight
- 439 KB
- Volume
- 4
- Category
- Article
- ISSN
- 0365-9631
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✦ Synopsis
Es eind in neuerer Zeit mehrfache Vereuche gemacht worden, das Avogadro'eche Gesetz mathematisch zu begrtnden, l i e jedoch nicht ohne Widerspruch blieben. Al. N a u m a n n hat im 7. Supplernentbande der Annalen der Chemie und Pharmacie (S. 399) eine Ableitung desselben aus der mecbauischen Gaetheorie unternommen, und im selben Hande (S. 348) hat Z o p p r i t z cine andere Ableitung desselben Gesetzes versucht. Letzterer hat aber selhst im Baud 154 derselben Annalen (S. 135) eine Berichtigung seiner Ableitung gegeben und tritt freiwillig zuriick, indem er zugiebt, dass seine Schluesfolgerung nicht begriindet sei. Zuletzt hat J u l . T h o m e e n in diesen Berichten (III., 828) diesen Gegenetand besprochen nnd komint zu dem Resultate, dass das Avogadro'sche Geseti nicht au9 der Erfahrnng abgeleitet werden konne, oder, wic er sagt, daee die mechanische Wgrmetheorie nicht zwischen der Erfahrung und dem Avogadro'echen Gesetz entscheide. Es kann hier unerortert bleiben, ob A v o g a d r o dasselbe unter seinem Gesetz veretanden habe, was wir jetzt hinein legen ; die grossere Summe der neueren Chemiker versteht darunter jenen Satz, dass gleiche Volurnina verscbiedener Gaee, bei gleichen physischen Bedingungen , gleichviel Moleciile der chemischen Substanz enthalten. Es ist dies eigentlich ein petitio principii, dass man rnit Molectlcn rechnet und ihre Existeoz als gegeben voraussetzt. Unter Moleciil versteht die moderne Chemie die mechanische Vereinigung zweier wagbarer Atome. Der Begriff Atom ist aber ebenfalls nicht physikalisch begriindet, sondern ist nur eine Hypothese, um die Erfahrung, dass sich die Elemente in bcstimmten Gewichtsgriissen und einfachen Multiplen derselben chemisch vereinigen , zu erkliiren. Einen andern Beweis haben wir fir die Existenz der Atome nicht. Wenu wir une diesen Begriff physikalisch zurecht legen wollen, so stossen wir auf uniibersteigliche Schwierigkeiten. Dase das Jodatom 127 mal, das Wismuthatom 208 ma1 so schwcr als des Wasserstaff- atom iet nnd dennoch mechanisch untheilbar eein SOH, lasat eich nicht leicht begreifen. Ueber dae specifieche Gewicht der Atome und ihr relatives Volum wiseen wir nichts, denn die Cohaeeioneformen der Elemente berechtigen uns nicht entfernt zu einem Schluese hieriiber, wie aus den 2 Kryetallsysternen des Schwefels, aub den 2 Phosphorarten, iiberhaupt aus den Allotropieen hervorgeht. Gleichwohl miissen wir den Begriff Atom, so schwankend wie er iet, festhalten, weil wir
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