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Die Koordinationslehre in der Chemie der Nichtmetalle

โœ Scribed by Alfred Benrath


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1922
Tongue
English
Weight
453 KB
Volume
35
Category
Article
ISSN
0044-8249

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โœฆ Synopsis


I Inhaltsverzeichnis Anzeigenteil S. V. I Die Koordinationslehre in der Chemie der Nichtmetalle.

Von ALFRED BENRATH.

(Eingeg 29.112. 1921.)

Die Strukturtheorie, die in der anorganischen Chemie von Anfang an versagte und auch eine Anzahl organischer Vorgange ni&t zu erklLen vermag, sieht sich in den letzten Jahren heftig von der Koordinationstheorie bedroht. Damit flammt .der fast ein Jahrhundert alteKampf um dieSubstitutionstheoriewiederauf,inwelchem Berzelius gegen Dumas unterlag, wlhrend jetzt W e r n e r s Ideen, die sich eng an B erzeli us' elektrochemische Theorie anschlieden, zum Siege zu gelangen scheinen.

Will man die Wernersche Theorie, die schon betrachtliche Klarheit in die Chemie der komplexen Metallverbindungen gebracht hat, auch auf die Nichtmetalle anwenden, so muB man folgende Leitsatze aufstellen, worauf ich schon in einem fruher vertiffentlichten Aufsatze I) hingewiesen habe.

Fur Verbindungen e r s t e r Ordnung, die infolge der Vereinigung ungleichartiger Atome miteinander entstehen, gilt die B e r z e 1 i u s sche elektrochemische Theorie, nach welcher diese Anziehung ihren Grund in dem elektrochemischen Gegensatze der ungleichen Atome hat. Je nach seiner Stellung in der elektrochemischen Spannungsreihe ist also ein Element in bezug auf ein anderes elektropositiv oder -negativ. E i n Atom k a n n s i c h n i c h t g l e i c h z e i t i g rnit e i n e m p o s i t i v e n und e i n e m n e g a t i v e n Atom verbinden. Die den Atomen innewohnende Anziehungskraft nennt man Valenz, die Anzabl positiver oder negativer Aquivalente, die ein Atom in einer Verbindung anzieht, wird als (-)-oder (+)-Wertigkeit bezeichnet. Die infolge des elektrochemischen Gegensatzes zustande kommende Bindung wird Hauptbindung genannt. Jedes Atom hat gegen positive und gegen negative Elemente eine bestimmte Htichstwertigkeit oder Maximalvalenzzahl. Die fur die Eigenschaften der Verbindungen charakteristische Verbindungsstufe ist von der Wertigkeit des Elenientes abhlngig.

Verbindungen erster Ordnung vereinigen sich miteinander zu solchen h 6 h e r e r O r d n u n g verm6ge einer ,,Nebenvalenzu genannten allgemeinen Anziehung, die nicht elektrochemischer Natur ist, die aber auch ihren Sitz in den Atomen hat. Die Anzahl von Atomen und von Verbindungen, die sich mit einem Elementaratom in Haupt-oder Nebenvalenz vereinigt, wird durch die Koordinationszahl bestimmt, die fur jedes Element einen Htichstwert besitzt, der aber nicht in jedey Verbindung erreicht wird. Manchmal ist die Koordi-


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