Die Konstitution der phosphorigen Säure, unterphosphorigen Säure und schwefligen Säure
✍ Scribed by G. Schwarzenbach
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1936
- Tongue
- German
- Weight
- 521 KB
- Volume
- 19
- Category
- Article
- ISSN
- 0018-019X
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✦ Synopsis
Die Frage nach der Konstitution der im TiteI genannten SBuren ist ein reines Aciditatsproblem. Uber die Konstitution der Ionen POs'", PO2"' und SO," bestehen kaum Zweifel :
Sie besitzen alle zwei verschiedene Arten von Elektronenpaaren. Bei der Riickbildung der Sauren konnen sich also die Protonen a n das Zentralatom oder an die Sauerstoffe anlagern. Ob das eine oder das andere geschieht, ist lediglich eine Frage der Basizitat, der Tendenz der verschiedenen Elektronenpaare ein Proton anzulagern. Diese bestimmt demnach die Konstitution der entstehenden Sauren .
Aber erst eine quantitative Analyse der Aciditatsverhaltnisse erlaubt eine Aussage uber die Lage der Protonen. Die iibliche Begrundung der asymmetrischen Formel, etwa der phosphorigen Saure, mit der Tatsache der Unmoglichkeit der Bildung von tertiaren Salzen entbehrt jeder Stiitze. Es gibt keine Wasserstoffatome, welche nicht durch Metalle ersetzbar waren. Selbst die ausserordentlich schwach sauren Protonen im Methan oder im molekularen Wasserstoff kann man zum Austritt aus den Elektronenhiillen zwingen, und die Salze Natrium-methyl bzw. Katriumhydrid bilden. Die Neutralisationsversuche a n der phosphorigen Saure besagen einzig, dass die dritte Dissoziationskonstante kleiner als etwa (der Dissoziationskonstanten des Wassers) ist l). >lit starkeren Basen als Natronlauge, etwa Natriummethyl oder Natrium-amid, ware sicherlich das dritte Proton noch zum Austritt zu bexegen. Aber mit der Herstellung des Salzes Na,PO, ware noch nichts iiber die Konstitution der phosphorigen Saure bzw. des HP0,"-Ions ausgesagt "). I-) Mit starkem Alkali kommt man bis etwa pH = 16 oder = 17. (Fricke, Z. El. Ch. 30, 580 (1924)). I n der Tat sind die Sake yon Sauren mit Dissoziationskonstanten in der Gegend von noch aus stark aIkali-haltiger wasseriger Losung krystallisierbar. Beispiele: Na,S, Alkalisalze der Zucker. I 2, s. z. B. den Versuch von Sperber und Bodmer (B. 69, 974 (1936)) deren Veroffentlichung mich zu diesen Uberlegungen anregte.
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