𝔖 Bobbio Scriptorium
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Die Entwicklung des deutschen Exports

✍ Scribed by Sturm, M. E.


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1953
Weight
291 KB
Volume
55
Category
Article
ISSN
0931-5985

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✦ Synopsis


Wirtschaftsteil Die Entwicklung des deu tschen Exports

Wenn freier Handcl und Wandcl herrschen, dann werden auch Qualitatsauslese und Leistungsstarke der einzelnen Volkswirtschaften auf Grund gegebener Naturalien der Erdc und deren Auswertung eincn echten, freien Wettbewerb ermoglichen. Alles Unechte, Geziichtete wird vergehen, und dic Volker werden bei entsprechendem Anteil am Sozialprodukt in Frieden und Wohlstand miteinander oder nebeneinander leben konnen.

Wenn man davon ausgeht, dai3 zunachst nur Waren gegen Waren getauscht wurden und nicht gegen Geld, so haben wir in der Taxierung der einzclnen Tauschob jekte bereits einen Vorlaufer der heutigen Wahrung. Angcbot und Nachfrage waren damals schon Gradmesser, Wertmesser, und erst viel spater hat man den Wert des Objektes durch Zahlungsmittel ausgedruckt bzw. Kauf und Verkauf mit Zahlungsmitteln realisiert.

Die Entdeckung und das Durchdringen einzelner Erdteile lici3en dem Handel der aktiven Volker zuerst vollig freie Entfaltung. Dann 'begannen Export und Import. Gemessen an unseren heutigen Gegebenheiten und ohne Rucksicht auf die technischen Unzulanglichkeiten des Transportwesens bzw. die aufkommende Freibeuterei mui3 das cine gliicklichc Zcit fur den Export gewesen sein. Vermutlich hat man seinerzeit immer cif verkauft und sich auch sonstnachdem a I1 e s gewiinscht warnach den Wunschen dcr Kaufer gcrichtet.

So gab es eine Epoche der steten Aufwartsentwicklung, der Handel bluhte.

Erst sehr viel spater glaubten die Volkcr, in der Autarkie ihr Heil zu finden. Man sollte nur noch mit sich selbst handeln, fur sich selbst arbeiten, cbcn nur noch das hcrstellen, was man ini eigenen Lande absetzen konntc. Von diescm Zeitpunkt ab begannen viele Volker mit der Fertigung sol- cher Produkte, die heute und vermutlich auch nie mehr importiert werden. Den Bummerang dieser Autarkie-Bestrebungen haben alle zu spiiren bekommen, und wir werden noch lange darunter zu leiden haben. So wcrden wir auch in vielen Warensparten nie wieder Export-Chancen haben. Doch auch der neue Zeitabschnitt schien sich handelspolitisch positiv zu entwickeln. Man machte alle Anstrengimgenso hatte es wenigstens den Anschein -, um den Welt-Export wieder in Gang zu bringen, man bekannte sich zur Liberalisierung. Die Liberalisierungs-Quoten wuchsen, allerdings mit dem todlichen Keim in der Struktur, die Wahrungs-und Zahlungsmittcl nicht frei handeln, nicht konvertieren zu kijnnen. Auch Transit-Geschafte -Vcrkiufe iiber 2. an 3. oder 4. Linderkonnten nicht iiber die Tatsache hinweghelfen. Unter dem Druck der unaiisgeglichenen Zahlungsbilanzen bei der EZU schmolz die stolze Liberalisierung mehr und mehr dahin. Man handelte wieder einzelne Warenpositionen aus, man bcgann wieder zn tauschen. Das Zahlungsmittel trat in den Hintcrgrund, denn man konnte entweder gar nicht oder nur mit grogen Schwierigkeiten Zahlungsmittel gcgeneinander aufrechnen. Man kehrte zum reinen Waren-'l'ausch zuruck, wenn auch unter sehr erschwcrten Umstanden, denn man hat es heute weder mit reinen Industrie-noch mit reinen Agrar-Staaten zu tun. Fast jede Volkswirtschaft ist heute sowohl Industrie-als auch Agrar-Staat.

Interessant ist die Entwicklung des Exportes nach 1933. Es hegann damit, dai3 wirgewollt oder ungewolltder Autarkie zusteuerten, um letztlich, wenn wir weltpolitische Kampfe als Konsequenz der wirtschaftspolitischen Auseinandrrsetzungen sehen, daran zu scheitern. Die Tatigkeit der JEIA erstreckte sich darauf, einen Wareatausch auf Verrechnungsebene durchzufiihren. Von unserer Seite aus war darauf kaum ein Einflui3 moglich. Erst 1948/1949 ging das Gesetz des Handels wieder in unsere Hande iiber. Durch die FETTE U N D S E I F E N 55. Jahrg.


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