𝔖 Bobbio Scriptorium
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Die Dolezaleksche Lösungstheorie

✍ Scribed by Prof. Dr. K. Herrmann


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1922
Tongue
English
Weight
595 KB
Volume
35
Category
Article
ISSN
0044-8249

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✦ Synopsis


aus Galaktose Saccharinsiiure gebildet wird. Da nun das Isosaccharin reichlich aus Milchzucker und, wie wir besatigen konnten"), aus Maltose gebildet wird, so lag es nahe, die Isosaccharinbildung mit deni Vorhandensein einer glucosidisch verketteten Glucosegruppe in Heziehung zu setzen. Danii hatte die Entstehung der Isosaccharinslure aus Oxycellulose entsprechend unserer entwickelten Anschauung iiber die Cellobiose erfolgen nitissen. Aus Cellobiose konnten wir bisher aber keinen isosaccharinsauren Kalk gewinnenP*). Diese LUcke in der Ausfiillung unserer Arbeitshypothese kann sie natiirlich nicht vernichten; sie sol1 aber gerade hier nicht verschwiegen werden, da sie Zuni Problematischen in der Cellulosechemie gehiirt. K a r r e r sieht einen Heweis ftir seine Auslegung der Cellulose als polymere Anhydrocellobiose in der von ihni ermittelten Zusammensetzung der Natriunihydroxydcellulose, deren Formel er gleich (C,,H,t,O,,.NaOH)x fand ; auch daB die Verbrennungswgrme der Cellulose gleich grolj wie die der Starke ist, wertet er in dem von uns schon geschilderten Sinne aus. Wir versagen es uns, auf diese Beweisfiihrung erneut einzugehen. Weit wichtiger fur die Klarung des Cellulosemolekuls ist die auch von K a r r e r angezogene rhtgenspektroskopische Aufnahme durch H e r z o g und Janke"); aus ihr folgt, dalj sich im Cellulosekristall die Gruppe (C,H,,O,), regelmaBig wiederholt. Da nun die Cellulose zu 30--6OUI, aus Cellobiose besteht, so muB, nach den Ausfuhrungen von Herzog'", je ein Cellobioserest in einem Pundanientalboreich vorhanden und d i e g a n z e Cellu4ose a u s C e l l o b i o s e r e s t e n a u f g e b a u t s e i n . SchlieBlich ist es Helj'?) gegliickt, durch den Abbau der Cellulose mit Acetylchlorid zu einem Bioseanhydrid zu gelangen, welches durch seine WaserunlBslichkeit wie durch seine Fiihigkeit, sich in typischen Celluloseliisungsmitteln wie den1 Kupferhydroxydammoniak 4*) zu lBsen, der Cellulose nahe verwandte Eigenschaften zeigt. Dieses Bioseanhydrid wird, wie wir zeigen kBnnen, durch die spezifisch auf die Cellulose eingestellten auf 'mderen Kohlehydraten nicht gedeihenden Cellulosebakterien vefgoren. Dadurch wird auch seine biologische Beziehung zur Cellulose bewiesen. FaOt man diese Ergebnisse zusammen, so kommt man zu den1 SchluB, daB die von uns vor neun Jahren fur die Stlrke entwickelte Auffassung nun mit Sicherheit auch auf die Cellulose ubertragen werden kann, dalj auch fur sie, wie wohl uberhaupt fur die Polysaccharide zweiter Ordnung, die alte Kettenstruktur aufgegeben werden mu13 und dd.3 demnach die friiher fur iiuBerst hochmolekular gehaltenen Polysaccharide Polvniere von Hingzuckerkomplexen darstellen, welche in ihnen in assoziiertem Zustande vorhanden sind. An nieinen Arbeiten tiber Polysaccharide haben sicb, soweit ich sie nicht selbst ausfuhrte, in den Jahren 1912-1914 die Herren Dr. L a n g h a n s und der leider verstorbene sehr begabte Dr. EiOler beteiligt. Nach der mir durch den Krieg aufgezwungenen Unterbrechung nahmen vom Jahre 1920 daran die Herren P e r s c h , A r o n o w s k y , L a f i m a n n , Dr. K. 0. M i i l l e r , D e r n i k o s und G o l d s t e i n teil. Wahrend der ganzen Arbeitsperiode hat mir Frau Dr. S t e p h a n i e Lich t e n s t e i n voni hiesigen physiologischen Institut uoter anderem vor allern durch Weiterziichtung des Bacillus macerans wertvolle Hilfe geleistet, wofur ich hier besonderv danken m6chte.


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