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Die diagnostische Bedeutung der eosinophilen Zellen im Blut für die Erkennung einer Salvarsanunverträglichkeit

✍ Scribed by Otto Kleifeld


Publisher
Springer-Verlag
Year
1948
Tongue
English
Weight
891 KB
Volume
186
Category
Article
ISSN
0340-3696

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✦ Synopsis


Die Frage, ob aus der Vermehrung oder Verminderung der eosinophilen Zellen im Blute zu Beginn oder im Verl~ufe einer antiluischen Salvarsankur rechtzeitig Anhaltspunkte fiir eine Salvarsanunvertr~glichkeit gcfunden werden k6nnen, ist yon aktueller Bedeutung, weil es sich mancherorts in die Pr~xis eingcbfirgert hat, die Dosierung und die Durchliihrung einer Salvarsankur in erheblicher Weisc nach der Prozentzahl der eosinophilen Zellen im Differentialblutbild einzurichten. Insbesondere UrFE~HE~E~ vertritt auf Grund der Beobach~ung an 2 F£11en yon t6dlich verlaufenden Salvarsansch/idigungen den St~.ndpunkt, dab bei Lueskranken, die eine sonst nieht erkl~rbare Eosinophilie zeigen, intravenSse S~lvarsaneinspritzungen nicht ratsam seien.

Die Reaktionsweise der eosinophilen Zellen auf eine antiluische Kur ist schon vielfach untersucht worden; aber die Ergebnisse erscheinon sehr widersprechend. FXRAGO, SCn-WAWR, W. JADASSOn~ beobachteten bei reinen Salvarsankuren einc Vermehrung, B ~z , WIRSI-~OWSKI eine Verminderung, ]~LS~]~ sogar ein vSlliges Verschwinden der eosinophflen Zellen. Viele Autoren indessen sahen keine wesentlichen Ver~nderungen (SIc~a~D, ME:OMAha, :EPsTein, KLEin, SCHWA~R). Wismut sell nach iibereinstimmender ~einung verschiedener Autoren (BRuNEt, BERNSTEI~, AMA~V,A~E, BETZ) eine Vermehrung der eosinophilen Zellen verursachen. Aber die I(ombination yon Salvarsan mit Wismut hat dennoeh ein sehr wechselndes Verhalten zur :Folge, ebenso wie die Kombination yon Salvarsan nnd Quecksi]ber (KLo~)~, M~¥-'~_m~). Bei Hg-Dermatitis hat :E. HoF~_~¢~ bereits 1902 eine starke lokale und Bluteosinophilie mit Durchwanderung der Hautcapillaren in den P~pillen nachgewiesen.

])as unldare Bfld, das sich bUS dem Studium tier Li:teratur orgibt, ist auf vcrschiedenartige Faktoren zurfickgefiih~t worden, tt~ccK hglt znr Erzielung einheitlicher, vergleichbarer ]]rgebnisse die Einhaltung bestimmter Voraussetzungen wie die Vornahme der Blutuntersuchung nnter gleichen Bedingtingen, die Berficksichtigung zeitlicher und geo-gr~phischer Besonderheiten fiir efforderlich. Was aber bisher nieht Die diagnostisehe Bedeutung der eosinohpflen Zellen im Blur. O13 genfigend beachtet erscheint, des ist die Vermutung, dab die Differenzen der einzelnen Autoren ihre Erkl/irnng am ehesten in der ~iatistischen Streuung der angewandten Methoden linden dfirfte. Die folgenden Untersuchungen beziehen sich daher mm~ehst ant die Frage, mit weleher Genauigkeit man fiberhaupt die Zahl der eosinophflen Zellen im peripheren ]3lute feststelIen kann.

2 Methoden stehen dazu zur Verfiigung.


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