Die chemischen Wirkungen der radioaktiven Strahlungen
✍ Scribed by Dr. Otto Werner; Dr. Vera Senftner
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1935
- Tongue
- English
- Weight
- 764 KB
- Volume
- 48
- Category
- Article
- ISSN
- 0044-8249
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✦ Synopsis
Im J a h e 1896 legte H . Becquerel ein fluorescierendes Uransalz auf eine mit schwarzem Papier bedeckte photographische Platte und entdeckte so an der nach der Entwicklung auftretenden Schwarzung als erster die chemische Wirkung der vorn Uran ausgehenden Strahlen und damit diese spater nach ihm benannten Strahlen selbst. Hierbei bedeutet es keineswegs eine Schmiilerung seines Verdienstes, sondern nur einen interessanten Beitrag zur Psychologie der Entdeckungen, wenn man anmerkt, da[3 er bei diesem Versuch von einer, wie sich spater herausstellte, falschen Theorie ausging.
Dieser grundlegende Versuch enthiilt bereits das Vorbild fur alle spater beobachteten chemischen Wirkungen der radioaktiven Strahlungen. Wie beim Bromsilber die Wirkung der strahlenden Energie darauf beruht, daB von einem Bromion ein Elektron losgelost wird und an ein topographisch giinstig gelegenes Silberion angelagert wird, so ist auch der Primareffekt bei allen anderen durch radioaktive Strahlungen ausgelosten Reaktionen in der Ablosung eines Elektrons unter der Einwirkung der Strahlung zu suchen, gleichgiiltig, ob die erregende Strahlung eine Korpuskularstrahlung oder eine Wellenstrahlung ist.
An diese durch die radioaktive Strahlung ausgeloste Primarreaktion schlieflen sich, wie bei den meisten photochemischen Reaktionen, haufig Sekundarreaktionen an, die j ene Mannigfaltigkeit der Umsetzungen herbeifiihren, die als Dissoziation, Assoziation oder Polymerisation die Welt der tatsachlich beobachteten Erscheinungen umfassen.
Im folgenden sollen zunachst die bei Mineralien, Glasern und Salzen als Folge radioaktiver Bestrahlung auftretenden Verf arbungen und Luminescenzerscheinungen besprochen werden. AnschlieBend werden qualitativ einige besonders charakteristische Dissoziations-, Assoziations-und Polymerisationserscheinungen behandelt, um weiterhin im Anschld an die Arbeiten von L i d , Bodenskin und anderen kurz auf die quantitativen Zusammenhange einzugehen.
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