Die Bedeutung der HIV-Proteaseinhibitoren in der Kombinationstherapie: Gute, allerdings nebenwirkungsreiche Medikamente
✍ Scribed by Katharina Maria Huster; Frank-D. Goebel
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 2001
- Tongue
- German
- Weight
- 195 KB
- Volume
- 30
- Category
- Article
- ISSN
- 0048-3664
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✦ Synopsis
PHARMAZIE Hintergrund Eine Infektion mit dem human immunodeficiency virus (HIV) führt über einen steten Verlust von T-Zellen zu einer Zerstörung des Immunsystems. Nach durchschnittlich zehn Jahren kommt es zu opportunistischen Infektionen oder bestimmten HIV-assoziierten Tumoren und damit zur Ausbildung des Vollbilds des acquired immuno deficiency syndrome (AIDS). Das HI-Virus repliziert sich rasch und infiziert umgehend bisher nicht befallene Zellen. Die Replikation ist eng mit der T-Zell-Zerstörung gekoppelt: Ein hoher Virusumsatz bedeutet einen hohen T-Zellverlust. Eine Senkung der Konzentration der HIV-RNA im Plasma schützt die T-Zellen vor einer Zerstörung durch das HI-Virus und verzögert das Voranschreiten der Erkrankung [1]. Das Ziel der antiretro-viralen Therapie ist daher die maximale Unterdrückung der Virusreplikation. Das erste Medikament mit antiretroviraler Wirkung, das bei HIV zum Einsatz kam, war ein Hemmer der Reversen Transkriptase (RTI), das Zidovudin. Die mäßig ausgeprägte Wirkung von Zidovudin bezüglich einer Reduktion von Morbidität und Mortalität hielt bei der Monotherapie nur ca. sechs Monate an. Das Virus war nach wenigen Monaten gegen den Wirkstoff resistent, und die Konzentration der HIV-RNA im Plasma stieg im weiteren Verlauf auf ähnlich hohe Werte wie vor der Therapie an.Durch die Kombination mehrerer, inzwischen verfügbarer Mittel aus der Substanzklasse der Reverse-Transkriptase-Hemmer (RTI) konnte der Zeitpunkt des Therapieversagens etwas hinausgezögert werden. Der Erfolg hielt im Durchschnitt ein Jahr an [2].