𝔖 Bobbio Scriptorium
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Die anatomische und funktionelle Restitution des kongenital luxierten Hüftgelenkes durch ein einzeitiges Operationsverfahren

✍ Scribed by W. Dega


Publisher
Springer
Year
1966
Tongue
English
Weight
968 KB
Volume
60-60
Category
Article
ISSN
1434-3916

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✦ Synopsis


Eingegangen am 8. Februar 1966

Ein kongenital dysplastisehes Htiftgelenk beim Neugeborenen und beim Sgugling kann meistens wiederhergestellt werden dutch kontinuierlieh dosierte und zunehmende Abduktion der tIiiften. Zu diesem Zweek werden versehiedene Verfahren angewandt, die sieh besonderer Hilfsmittel bedienen, wie das Frejka-Kissen, die Spreizh6sehen naeh B~O~Et~, die versehiedenen Typen yon Abduktionssehienen naeh 0I~TOLANI, VAN t~OSEN, die Spreizz/igel naeh BA~ER, PAVLIK usw. In einem groBen Prozentsatz fiihren alle diese Verfahren zu einem vollen Erfolg.

Der Femurkopf, der dureh die Abduktion auf den Pfannenboden zentriert wird, iibt einen modellierenden Einflug auf die ttiiftpfanne aus. Die Symptome der Dysplasie wie die Steilheit des Pfannendaehes, die Flaehheit des Pfannenbodens, die vergr613erte Anteversion des Sehenkelhalses und die Dezentration der Gelenkteile der I-Iiifte gehen Mlmghlieh und spontan zuriiek. Das dysplastisehe ttiiftgelenk bildet sieh in ein anatomiseh wohtgeformtes um und erreieht seine v611ig normale Funktion.

Kommt das Kind versp~tet zur Behandlung, etwa im Alter yon 1--2 oder mehr Jahren, so kann noeh in vielen F~llen die Dislokation des Femurkopfes dureh konservative Verfahren behoben werden, wie etwa dutch Vorbehandlung mit Frejka-Abduktionskissen und naehfolgender unblutiger t~eposition, dutch Overhead-Extension, die lVL~v in der deutsehen Literatur besehrieben hat, dureh Reposition mittels Dauerextension usw.

Versagen die Verfahren oder kommt das Kind mit veralteter I-Iiiftluxation znr Behandlung, so kann die t~eposition nut auf ehirurgisehem Wege erreieht werden. geposition darf aber nieht mit anatomiseher und funktioneller Wiederherstellung des tIfiftgelenkes identifiziert werden. Reloosition bedeutet Einftihrung des ]-I/iftgelenks in die tt/iftpfanne. Die Fehlform der oberon Femurepiphyse und der Hfiftpfanne bleibt unvergndert. Beim Kleinkind letter die Reposition sekundgr den Umbau der Dysplasie des Gelenkes zur Euplasie ein. Je/~Iter das Kind ist, desto unvollendeter ist gew6hnlieh dieser Umbau. Sehr oft ist es die vergrSl~erte Anteversion des Sehenkelhalses, die zuriiekbleibt und die den weiteren Umbau des Gelenkes nieht nur aufh~lt, sondern sogar zu residuellen und sekund~tren Sp~tdeformationen des Gelenkes f/ihrt. Es kommt dann nieht zur anatomisehen Wiederherstellung des Gelenkes. Im Gegensatz dazu steht in diesen Fgllen sehr oft die funktionelle ~¥iederherstellung. Ein Kind mit einer residuellen Coxa valga anteversa kann jahrelang funktionell symptomfrei sein, solange gute Muskelarbeit * Die statistisehen Daten und die Zusammenstellung des Illust~rationsmaterials hat mein Mitarbeiter, Adjunk~ Dr. L. POLAKOWSKI, bearbeitet, dem ioh hier meinen Dank ausspreehen m6ehte.