𝔖 Bobbio Scriptorium
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Die Alkaloide von Sanguinaria canadensis

✍ Scribed by F. Schlemmer; A. Gempp


Book ID
102748067
Publisher
John Wiley and Sons
Year
1938
Tongue
English
Weight
669 KB
Volume
276
Category
Article
ISSN
0365-6233

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✦ Synopsis


Zu den Pflanzen, die Jahrhunderte lang eine sehr erfolgreiche arzneiliche Verwendung gefunden hatten, dann jedoch fast ganz in Vergessenheit gerieten, gehort das Schollkraut. Im Rahmen einer groflercn Gemeinschaftsarbeit sollte untersucht wcrden, ob diese altc deutsche Heilpflanze nicht berufen ist, wieder in den Arzneischatz aufgenommen zu werden. Nach den heutigen Erkenntnissen kommen als die Haupttrager einer evtl. vorliegenden therapeutischen Wirksamkeit vornehmlich eine Reihe von Alkaloiden in Frage, die jedoch in ihren Einzelwirkungen bisher noch wenig erforscht sind. Es erwies sich deshalb als notwen,dig, die im Schollkraut vorkommendene Pflanzenbasen zunachst praparativ herzustellen. In der Literatur sind folgende Chelidoniumalkaloide beschrieben: Chelidonin (Stylophorin), Homochelidonin, Oxychelidonin, Methoxychelidonin, Sanguinarin (Pseudochelerythrin), Chelerythrin, Protopin, a-und ,!I-Allokryptopin sowie Spartein und Berberin. Als die wichtigsten crscheinen Chelidonin, Chelerythrin und Sanguinarin, in zweiter Linie Protopin, a-und 8-Allokryptopin. Den anderen Alkaloiden kommt offenbar zunachst eine geringere Bedeutung zu.

Das Chelidonin lieB sich im Rahmen der durchgcfuhrten Untersuchungen aus der Schollkrautwurzel ohne Schwierigkeit in reiner Form und in gerriigenden Mengen gewinnen. Anders lagen die Verhaltnissc schon bei Chelerythrin und Sanguinarin und ebenso bei Protopin, sowie a-und 8-Allokryptopin, die verhaltnismaflig nur wenig konzentriert im Schollkraut vorkommen. Da jcdoch auch diese .4lkaloide in grol3erer Menge dargestellt werden sollten, erschien als ein gunstiger Ausweg hierfur die 'Heranziehung einer anderen Droge, in der die genannten Nebenalkaloide des Schollkrautes in qroCerer Menge vorhanden sind. Diese Droge ist die kanadische Blutwurz: Sanguinaria canadensis. Die Reindarstellung der genannten Alkaloide nus dieser Droge licferte somit die Ausgangsstoffe fur die weitere Bearbeitung des Schollkrauts und fuhrte zu dem ErfolGe, dafi ein bisher in d m Blutwurz nicht beobachtetes Alkaloid, das Oxysanguinarin, darin gefunden werden konnte.

Die aufgefiihrten Alkaloide, die also zugleich im Schollkraut und in der Blutwurz vorkommen, sind schon wiederholt Geqenstand von Untersuchungen gewesen, woriiber zunachst kurz berichtet werden soll.

Zu den altesten Autoren, welche die Sanguinariawurzel und ihre Inhaltsstoffe bearbeiteten, gehoren P r o b s ti), D a n a*), W a g n e r3),


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