Deutsche Forschungsgemeinschaft macht sich Sorgen um den akademischen Nachwuchs
- Publisher
- Springer
- Year
- 1989
- Tongue
- English
- Weight
- 127 KB
- Volume
- 76
- Category
- Article
- ISSN
- 0028-1042
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✦ Synopsis
Zusammengestellt von" G. H. Altenmiiller (K0nigswinter)
Deutsche Forschungsgemeinschaft macht sich Sorgen um den akademischen Nachwuchs
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist in eine schwierige Lage geraten. Immer mehr Wissenschaftler erwarten von ihr finanzielle F0rderung. Sie kann diese aber aus Finanznot nicht leisten. Ein zweites Programm, das Bundeswissenschaftsminister JOrgen W. M011emann vor der DFG-Jahresversammlung am 13. Juni in Regensburg bekraftigt hatte, scheint zwar eine Erleichterung zu bringen, doch seine Finanzierung ist h0chst ungewiB. DFG-Prasident Prof. Dr. Hubert Markl klagte dartiber, dab zum Beispiel die Zahl der an jeweils einem Ort bestimmte Themen langfristig bearbeitenden biowissenschaftlichen Forschergruppen (21 von insgesamt 33) eingeschrankt werden muBte und dab es nicht m0glich sei, zusatzlich zu den insgesamt bald sechs Klinischen Forschergruppen weitere derartige vorbildliche Einrichtungen zu schaffen. Hervorragende Forscher drangen aber auf multizentrische Forschergruppen. Die DFG erhalt 1989 vom Bund und den Landern tiber 1,1 Mrd DM. Um vor allem dem wissenschaftlichen Nachwuchs zu helfen, brauche sie nachstes Jahr 6,5 % mehr, forderte Markl. Es sei dramatisch, dab die Gutachter mit insgesamt rund einem Drittel viel zu viele der FOrderantrage ablehnen mtiBten. Sie k0nnten nicht mehr wissenschaftlich urteilen, sondern seien an ein ,,Quotenspalier" gefesselt. Nach dem Programm ,,M011emann II" sollen Bund und Lander bis zum Jahr 2000 mit insgesamt rund 6 Mrd DM zusatzlich zu den rund 50000 jetzt vorhandenen weitere 10000 neue Stellen ftir Nachwuchsforscherinnen und -forscher tiber die DFG und die Max-Planck-Gesellschaft schaffen. Ftir Markl ist es besonders wichtig, die Nachwuchswissenschaftler jetzt zu f0rdern. Ihre Zahl dtirfte sich in den nachsten sechs Jahren noch um etwa 40 % erhOhen. Nachher sei aus demographischen Grtinden mit geringeren Jahrgangsstarken zu rechnen. Die DFG fOrdert rund 4700 Einzelvorhaben im Normalverfahren, 118 tiberregionale Schwerpunkte, 33 Forschergruppen und 156 Sonderforschungsbereiche. Mehr als ein Drittel der Mittel entfallt auf die Biowissenschaften, die Halfte davon (180 Mio DM) auf die Medizin und die Ernahrungswissenschaften. Die Misere der DFG rtihrt daher, dab die Zahl der antragstellenden Forscher in den letzten zehn Jahren um 50 % (auf rund 15 000) gestiegen ist, ihre Mittel yon Bund und Landern aber nur um 5 %. Eine neue Epoche der Organtransplantation skizzierte Prof. Dr. Rudolf Pichlmayr vonder Medizinischen Hochschule Hannover vor der DFG. Immunologische Toleranz des empfangenden Organismus kann danach auf zwei Wegen erreicht werden. Mit Hilfe monoklonaler Antik6rper kOnnten