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Der starre Körper und das Relativitätsprinzip

✍ Scribed by W. v. Ignatowsky


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1910
Tongue
English
Weight
999 KB
Volume
338
Category
Article
ISSN
0003-3804

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✦ Synopsis


  1. D e r starre Kdrper u/nd das Relativ Itatsprhwip; uon W. v. I g m a t o w s k y . 9 1. Allgemeine Bemerkungen.

Das Relativitatsprinzip , in seiner Brundidee so einfach, fordert gerade deshalb eine genaue Definition derjenigen Begriffe, die wir als elementar zu betrachten gewohnt sind. So mu0 der Begriff der Zeitrnessung, der MaSstgbe, der Art und Weise der Messung usw. streng definiert werden, urn eine folgerichtige Anwendung des Relativitiltsprinzips zu sichern. Auch in bezug auf den starren Korper miissen wir zu nllererst feststellen, was wir unter einem solchen Korper verstehen und wie ein, solcher Begriff entstanden ist.

Wenn wir einen Korper der Wirkung YOU au0eren Kriiften unterziehen, so wird er sich im allgemeinen deformieren, je nach seinem elastischen Verhalten. Diese Deformation ist bei verschiedenen Karpern verschieden und bei einigen sogar sehr gering. Wir machen dann eine Abstraktion und bezeichnen denjenigen Korper als starr, welcher bei Einwirkung von au6eren Kraften keine Deformation erleidet.

Bewegt sich ein Kiirper, so kann dies nur infolge von au0eren Kraften geschehen. Wir wissen, da6 die Wirkung dieser au0eren Korper sich in dem Kiirper mit einer Geschwindigkeit fortpflanxt, die yon seinen elastischen Konstanten abhangt, und zwar mit einer urn so grii0eren Qeschwindigkeit, je steifer, je starrer der Korper iet. Wir machen nun eine zweite Abstraktion, indem wir annehmen, daB bei einem absolut starren Korper diese Geschwindigkeit unendlich groB ist, moge der Ktirper sich bewegen wie er will, und da0 die Form des Korpers bei der Bewegung erhalten bleibt. Infolgedessen wird eine beliebige endliche Strecke innerhalb des Korpera , bei der Bewegung des letzteren, ungeandert bleiben

) CP 1) A. Einstein, Ann. d. Phys. 17. p. 895. 1905. 2) Eine susfuhrliche Begritndung, daS n eine Raumkonetante ist, deren Zahlenwert durch die Lichtgesehwindigkeit bestimmt wird, findet sich in einem Artikel des Verfassers, welcher demniichst in dem ,,Archiv fur Mathematik und Physik" erscheincn wird.


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