Der hüftnahe Oberschenkelbruch im Greisenalter
✍ Scribed by Hans Hermann Dietrich
- Publisher
- Springer
- Year
- 1961
- Tongue
- English
- Weight
- 615 KB
- Volume
- 53
- Category
- Article
- ISSN
- 1434-3916
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✦ Synopsis
An ffihrendcr Stelle in der Liste der Erkrankungen steht heute die Unfallkrankheir, in der Todesursachenstatistik nimmt sie nach Herzerkrankungen, Krebs und AltersschwKche den vierten Platz, in der Jugend den ersten ein. Die fortschreitende Entwicklung yon Industrie, Technik und Verkehr ist hier urs~chlich anzufiihren, aber auch der tempom~$ig erheblieh gesteigerte Alltag, der allzu leicht Sorgfalt, Gewissenhaftigkeit und Aufmerksamkeit vermissen l~l~t. Oftmals werden aber auch die Anforderungen an die psychische Leistungsf~higkeit des Einzelnen erheblich fiberschritten. In besonderer Weise trifft dies ftir den alten Menschen zu. So hatten 1957 in West-Berlin 40% der bei Verkehrsunf~llen getSteten Mcnschen das 65. Lebensjahr fiberschritten (HAAsCH).
Die gro$en Fortschritte in der Medizin haben zu einer erheblichen Steigerung der Lebenserwartung geffihrt. W/ihrend die mittlere Lebensdauer vor knapp 100 Jahren nur 34 Jahre betrug, erreichte sie im Jahre 1956 bereits 70,2 Jahre (4). So steigt auch die Zahl der alten Menschen und der alten Kranken st~ndig an. Eigene Fachgebiete wie Geriatrie und Gerontologie sind entstanden. Und wie es zur Pflicht des Arztes gehSrt, dem Kranken und Verletzten in seiner Not zu helfen, so gilt dies auch ffir den alten Mensehen. Gerade die/~rztliche Versorgung der alten Menschen ist heute eine besonders dankbare Aufgabe. Oftmals steht heute der Greis ffir sich allein geste]lt, weft in der Wohnung seiner Kinder nicht genfigend Raum vorhanden ist oder gar keine Zeit fiir ihn aufgcbracht werden kann. Und nicht selten fehlt es auch an HerzenswKrme. Wie sehr wird gerade vom alten Kranken dann Arzt und Schwester fiir ihr Helfen gedankt.
So hat sich auch die Alterschirurgie in allen Krankenh/iusern einen festen Platz erobert. Bei der Unfallehirurgie des alten Menschen bestehen zwar keine wesentlichen Unterschiede, aber doch muB gewissen Fragen Rechnung getragen werden. Langes Liegen ist dem alten Mensehen sch/idlich, besonders wenn er noch adipSs veranlagt ist. Es ffihrt zu Pneumonien, zum Decubitus, zur Versteifung yon Gelenken. Geistig abgebaute Patienten bekommen in dem fremden Krankenhausmflieu cerebrale Verwirrungszust/inde. Greise, die niemals ihre Heimat verlie$en, ertrinken --trotz liebevoller Ffirsorge --in der unbekannten Umgebung. Zweckentsprechende Ern~hrung, ausfeiehendes Vitaminangebot, Herz-und Kreislaufstiitzung, regelmK$ige Stuhlentleerung, intensive aktive Krankengymnastik zur allgemeinen Durchfibung und zur Thromboseprophylaxe sind in besonderem MaSe erforderhch. Auch der noch so alte Kranke soll yon den Errungenschaften tier Medizin etwas abbekommen und nicht mit dem Hinweis auf sein hohes Alter abgetan werden.
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Broschiert Ullstein sehr schönes Exemplar, leichte Gebrauchsspuren am Einband, etwas berieben ungekürzt