Der Anstieg des Phosphat-Phosphors als Ausdruck fortschreitender Eutrophierung im Bodensee (Obersee)
✍ Scribed by Richard Kliffmüller
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1962
- Tongue
- English
- Weight
- 297 KB
- Volume
- 47
- Category
- Article
- ISSN
- 1434-2944
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✦ Synopsis
Als Initialfaktor der Gewiissereutrophierung, der , ,rasanten Seenalterung", ist der Phosphor anzusehen, wie OIILE in seinen grundlegenden Untersuchungen a n norddeutschen Seen nachgewiesen hat. Der Weg zu dieser Erkenntnis fiihrte von produktionsbiologischen Fragen zur qualitativen und quantitativen Aussage iiber die einzelnen Minimumstoffe in den Gewassern. Die Zusammenhange im Stoffwechselgeschehen, insbesondere im Stickstoff-und Phosphorhaushalt wurden in den letzten Jahrzehnten eingehend untersucht ; u. a. sind die Diingungsversuohe EINSELES im Schleinsee bei Langenargen zu erwahnen, die eine bedeutende Produktionssteigerung auslosten. Die Diingewirkung der Phosphationen ist in ihrer praktischen Anwendung bei der Fischzucht schon langer bekannt (DEMOLL, OHLE, STANGENBERG). Nach zahlreichen Untersuchungen in den Jahren 1957 bis 59 sowie den Ergebnissen einer bilanzmaaigen Erfassung des NBhrstoffhaushalts im Bodensee-Obersee (KLIFF-MULLER) ist zu schlieaen, dalj in den letzten zehn Jahren eine bedeutsame P-Anreicherung im See stattgefunden hat. ubereinstimmend mit diesen chemischen Befunden wurde von mehreren Untersuchern (GRIM, MUCKLE, WACHEK) ein starkes Ansteigen der Phytoplankterzahlen beobachtet. AuBer der Mitteilung von ELSTER und EINSELE aus dem Jahre 1935 sind aus der Zeit vor 1950 keine systematischen P(P0,)-Analysen des Oberseewassers bekannt. Beide Untersucher fanden damals ,,zu keiner Jahreszeit und an keiner Stelle des Sees im Epi-und Metalimnion gelostes Phosphat". Auch im Hypolimnion stellten sie, abgesehen von vier Fallen iiber Gruiid mit etwa 2 mg/m3 P(PO,), keinen Phosphat-Phosphor fest.