Jonny Hooker has been picked as a WINNER! and all he has to do to claim his prize is to solve the Da-da-de-da-da Code. Jonny knows that beat; it always turns up in popular music - like 'Waltzing Matilda', or the National Anthem. And it has something to do with the Devil's Chord. And with Robert John
Das Tibetprojekt
✍ Scribed by Tom Kahn
- Publisher
- DTV Deutscher Taschenbuch
- Year
- 2009
- Tongue
- German
- Weight
- 196 KB
- Category
- Fiction
- ISBN
- 3423211199
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✦ Synopsis
"Die meisten suchen in Tibet das Paradies."
Wir nicht. Wir suchen die Hölle."
Der deutsche Historiker und Querdenker Dr. Philipp Decker fühlt sich
geschmeichelt: Nachdem er in einer TV-Talkshow seine provozierenden
Thesen zur menschlichen Natur und den Religionen zum Besten gegeben hat,
spricht ihn die überaus attraktive Chinesin Li Mai an.
Schnell stellt sich heraus, dass sie das nicht (nur) tut, weil sie
den erfolgreichen Wissenschaftler attraktiv findet oder weil sie seine
Ansicht teilt, dass nicht Gott die Menschen erschaffen habe sondern
umgekehrt. Li Mai ist Major des chinesischen Geheimdiensts und sie
handelt im Auftrag ihrer Regierung.
Decker soll für die Volksrepublik China tätig werden. Dort braucht
man einen neutralen, kritischen und unabhängigen Menschen, der sich um
einen internationalen Zwischenfall kümmert. Die Chinesen möchten, dass
er mit nach Tibet kommt und dort den Mord an einem pensionierten
deutschen Wissenschaftler aufklärt. Mit letzter Kraft hatte sich der
Sterbende mit seinem eigenen Blut ein Hakenkreuz auf den Handrücken
gezeichnet. Und nun will man unbedingt den Hintergrund des Vorfalls
klären. Das ist jedenfalls das, was der deutsche Botschafter in Peking
und Li Mai dem verdutzten Historiker erzählen.
Warum der Fall unbedingt innerhalb einer Woche geklärt werden muss, das sagen sie ihm nicht.
Decker hat gerade keine anderweitigen Verpflichtungen und ist
Abenteuern generell nicht abgeneigt. Insbesondere mit der schicken
Chinesin hätte er gerne eins. Auch wenn ihm alles andere als klar ist,
welche Interessen seine Auftraggeber verfolgen, sagt er zu und sitzt
wenige Stunden später in einem Flugzeug nach China.
Über wie viel Geld und Einfluss seine Auftraggeber verfügen, zeigt
sich schon beim Antritt der Reise. Decker fliegt nicht etwa mit einer
schnöden Linienmaschine ins Reich der Mitte, sondern mit einem luxuriös
ausgestatteten Privatjet. ?Die Kabine wirkte wie eine elegante
Lounge im asiatischen Stil. (...) An einigen Stellen war die Verkleidung
zur Seite gefahren und dort befanden sich große Plasmabildschirme,
zusätzliche Monitore, Computer, Kommunikationseinrichtungen, eine Bar
und eine Hifi-Anlage. Überall summten leise Kühlgebläse und blinkten
Dioden von Computern. Eine globale Kommandozentrale.? (Seite 120)
So stellt sich jemand, der von Recherchen lebt, den Himmel vor.
Nicht nur die Technik ist vom Feinsten, die Chinesen scheinen auch
über allerbeste Kontakte zu verfügen. Egal, welchen hochkarätigen
Experten in welchem entlegenen Winkel der Welt Dr. Decker auch zu
sprechen wünscht, Li Mai stellt umgehend eine Verbindung zu ihm her.
Dr. Decker nutzt die Flugzeit, um sich zunächst über mögliche
Verbindungen von Tibet zu Nazideutschland klar zu werden. Denn der
einzige Anhaltspunkt, den er hat, ist nun mal das blutige Hakenkreuz auf
der Hand des toten Wissenschaftlers. Er stößt dabei auf die
?Forschungsstätte Ahnenerbe?, das kurz nach der Machtergreifung der
Nationalsozialisten von Heinrich Himmler ins Leben gerufen wurde. Die
Nazis vermuteten den geistigen und biologischen Ursprung der arischen
Rasse in Tibet. Die Lehre vom Herrenmenschen sollte mit
naturwissenschaftlichen und philosophischen Materialien untermauert
werden.
War Hitler etwa auf der Suche nach einer neuen Religion fürs
deutsche Volk? Wenn ja, was wollte er dann ausgerechnet vom
harmlos-friedvollen tibetischen Buddhismus? Mit einem Volk gewaltfreier
Gutmenschen wäre ihm doch gar nicht gedient gewesen!
Oder hat das Hakenkreuz auf der Hand des Mordopfers am Ende gar
nichts mit den Nazis zu tun? Eine Variante dieses Symbols gibt es auch
im Buddhismus. Allerdings spiegelverkehrt zu dem der Nazis. Wurde das
Foto vom toten Professor vielleicht manipuliert? Wenn ja, von wem? Und
warum? Aber wenn es nur um den Buddhismus geht, warum interessieren sich
dann Nazis verschiedener Altersklassen für den Vorfall?
Der Privatjet landet in Peking, doch Decker und Li Mai bleiben an
Bord ihres Hochsicherheits- und Hightech-Bürojets und betreiben weiter
ihre Recherchen. Ein Besuch von einem Veteranen des Tibet-Feldzugs
bringt Decker auf ungeheuerliche Ideen: Kann es sein, dass die Welt ein
ganz falsches Bild vom tibetischen Buddhismus hat? Sind die Tibeter und
ihr Glaube gar nicht so friedlich und gewaltfrei, wie man gemeinhin
denkt? Was weiß man eigentlich von der Geschichte Tibets? Und wie kam
der Buddhismus aufs Dach der Welt?
Decker stößt bei seinen Nachforschungen auf die Kampas, die älteste
Kriegerrasse der Menschheit, auf die tibetischen Reiter in Dschingis
Khans berüchtigter Goldener Horde und auf die alte Religion der Tibeter,
den Bön, der sogar eine Gottheit für Banditen und Räuber kannte. Hat
die alte Religion noch irgendwo überlebt? Ist der tibetische Buddhismus
überhaupt ein richtiger Buddhismus? Oder dominieren hier Einflüsse ganz
anderer Art?
Und was hat es mit dem ominösen ?Tempel des Schreckens? auf sich,
bei dessen Erwähnung alle Gesprächspartner schlagartig schweigsam
werden? War es dieser Tempel, den die Nazis gesucht haben? Was verbirgt
sich dort? Hat der ermordete Professor genau das herausgefunden und
musste deshalb sterben?
Decker und Li Mai haben nur eine Möglichkeit, das herauszubekommen:
Sie müssen diesen Tempel finden. Eine Spur führt nach Lhasa. In der
Stadt angekommen, stellen Li Mai und ihre Leute fest, dass sie bei
weitem nicht die einzigen sind, die sich für diesen unheimlichen Ort
interessieren. Und dass die Wahrheit noch viel, viel schrecklicher ist
als alles, was sie sich jemals hätten ausmalen können ...
Und warum nun musste dieses Rätsel unbedingt innerhalb einer Woche
gelöst werden? Die Antwort darauf grenzt schon an ein Gaunerstück. Oder
sagen wir: Sie zeugt zumindest von enormem Weitblick, Menschenkenntnis
und raffinierter strategischer Planung.
Der Roman ist ein Phänomen: Über weite Strecken passiert nichts
weiter, als dass intelligente und gut ausgebildete Menschen in einem
Hightech-Büro sitzen, recherchieren, diskutieren, Experten aus aller
Welt konsultieren ? und dabei den tibetischen Buddhismus sezieren. Wie
Dr. Decker und Li Mai Schritt für Schritt die Puzzleteilchen
zusammentragen und zu einem überraschenden Bild zusammenfügen, das ist
unglaublich faszinierend und steht den Action-Szenen in punkto Spannung
in nichts nach.
Nie wieder wird man nach Lektüre dieses Science Thrillers etwas über
Tibet, den Buddhismus oder den Dalai Lama hören oder lesen können, ohne
sich zu fragen, ob hier wirklich alles so ist wie es scheint.
Zu gerne wüsste man, wo Tom Kahns Roman die nachprüfbaren Fakten
verlässt und in Fiktion übergeht. Dass der Autor nicht wild fabuliert,
sondern sehr gut weiß, wovon er schreibt, legt seine Biographie nahe:
Tom Kahn ist das Pseudonym eines Frankfurter Schriftstellers, der
Volkswirtschaft und Politikwissenschaft studiert hat und seine
Diplomarbeit über den Dalai Lama schrieb.
Wohl selten hat man bei einem Thriller das Bedürfnis nach einem
Literaturverzeichnis, das einem helfen könnte, ein Thema weiter zu
vertiefen. Hier wäre eine Liste mit weiterführender Literatur zu Tibets
Geschichte und Religion, dem Ahnenerbe, dem Bön und dem Dalai Lama eine
tolle Ergänzung gewesen. Dieser Wissenschafts-Thriller ist eben rundum
etwas Besonders.
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