𝔖 Bobbio Scriptorium
✦   LIBER   ✦

Das EEG in der Differentialdiagnose abortiver cerebraler Affektionen im Kindesalter

✍ Scribed by Doose, H.


Publisher
Springer-Verlag
Year
1960
Weight
833 KB
Volume
83
Category
Article
ISSN
0044-2917

No coin nor oath required. For personal study only.

✦ Synopsis


Eine gro•e Zahl der uns in der Klinik und in der Krampfzentrale be-sch~ftigenden anfallskranken Kinder stellt uns hinsichtlich einer ~tiologischen K]~rung ihres Leidens vor unlSsbare Probleme. Bei vielen Patienten ist weder aus der Familienanamnese oder der eigenen Vorgeschichte, noch aus dem klinisehen Bild ein sieherer Anhalt ffir die Genese ihres Leidens zu gewinnen. Das EEG liil]t eine verbindliehe Trennung der versehiedenen Formen yon Anfallsleiden hinsiehtlieh ihrer Atiologie nicht zu. Es gestattet lediglieh, auf Grund yon empirisch erarbeiteten Regeln gewisse ginweise zu geben oder aus klinischer Sieht geknfipfte Beziehungen wahrscheinlich zu maehen. Die Unsicherheit oder gar Fragw/irdigkeit unserer Kriterien fiir die differentialdiagnostische Abgrenzung genuiner yon symptomatisehea Anfa]lsleiden im Kindesalter wird evident, wenn man die Ergebnisse von BAlV[BERGE~ U. ~V~ATTHES betrachtet. Diese Autoren fanden unter ihren anfallskranken Kindern vor 1939 und wiihrend des Krieges 38,4%, yon 1952--1955 77,5~ symptomatische Anfallsleiden, Sie ffihren diese erhebliche Versehiebung in der Verteilung im wesentlichen auf die verbesserten Untersuchungsmethoden zurfick.

Aus den genannten Griinden sollte man im Kindesalter bei ~tiol0gisch unklaren Krankheitsbildern yon kryptogenen Anfallsleiden sprechen, um nicht mit dem Terminus ,,genuine Epilepsie" verbundene V0rstellungen zu pr~judizieren, die fiir das Kin@salter nur beschr~nkt zutreffen.

Die gleichen Schwierigkeiten wie bei den Anfallsleiden besch~ftigen uns welter bei den Kindern, die wegen Wesensver/~nderungen, Verhal-tensstSrungen, Erziehungsschwierigkeiten und ~hnlichen Erscheinungen zu uns kommen, und welter bei den F/illen, in denen der Verdacht auf eine sog. ,,maskierte Epilepsie" besteht. Ein TeL[ dieser Kinder weist bei der klinischen Untersuehung als einzigen pathologischen Befund eine * Auszugsweise vorgetragen auf der 8. Jahresversammlung der Deutschen EEG-Gesellschaft 1959 in h~finchen.

35*