𝔖 Bobbio Scriptorium
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Chemistry of the Rare Radioelements, von K. W. Bagnall. Butterworths Scientific Publications, London 1957. 1. Aufl., X, 117 S., 14 Abb., 28 Tab., geb. $ 1.10.0

✍ Scribed by K. H. Schweer


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1958
Tongue
English
Weight
167 KB
Volume
70
Category
Article
ISSN
0044-8249

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✦ Synopsis


Dies bewährt sich schon insofern, als hier der Stoff in anderer Beleuchtung und in anderem Zusammenhang erscheint als in den größeren Standard-Lehrbüchern: Wer z. B. repetierend sich eine konzentrierte Rückschau verschafft, sieht das große Gebiet in dialektischer Querschau. Das Neue an dem bewährten Büchlein ist die Einführung in die Grundlagen der modernen Vorstellungen über die chemische Bindung und über die Dynamik der Reaktionen. Die Elektronenwolken z. B. bei Olefinen und Aromaten werden durch Abbildungen veranschaulicht. In solchen Zugaben ist das kleine Werk manchem größeren Lehrbuch überlegen. Das bezieht sich auch auf die Sorgfalt der Nomenklatur, der Definition und -wie bei den Autoren nicht anders zu erwarten -in der präzisen Festlegung der Konventional-Schreibweise für asymmetrische Verbindungen. Hier schwimmt der junge Student bekanntlich leicht. Die außerordentliche Unterrichtserfahrung Freudenbergs bekundet sich allenthalben, z. B. in kleinen Anweisungen für den Lernenden, wie überhaupt in dem kurzen, geballten und doch klaren Stil, in dem jeder Satz überlegt ist. Die Abbildungen und Formeln sind besser als in den früheren Auflagen. Geschickt wurde Raum gespart: in der Strukturformel des Cholesterins sind mit wenigen Pfeilen auch die des Ergosterins und der Gallensäuren markiert. Die Grundlagen der modernen Bindungstheorie und der modernen Stereochemie sind an passenden Stellen in den Text verstreut. Auf S. 17 sehen wir bereits Kalottenmodelle abgebildet, auf S. 28 wird der Konstellationsbegriff eingeführt, alsbald Spannungstheorie, cis-trans-Isomerie, während das asymmetrische Kohlenstoffatom erst auf S. 181, und zwar ausgezeichnet, behandelt wird. Auf S. 72 wird schon der Sjv;2-Typ mit Waiden scher Umkehrung veranschaulicht. Wiederholungen sind fast ganz vermieden durch eine große Zahl von Vor-und Rückverweisen. Besonders ansprechend sind das knappe Kapitel über "natürliche und künstliche Farbstoffe" und der Kohlenhydrat-Abschnitt. Parallel mit der stärkeren Herausarbeitung des Allgemeinen werden im Speziellen einige wenige Kürzungen gebracht, z. B. fehlen jetzt Dulcin, Zephirol; dafür rinden wir z. B. ATP, Uracil. Das Stoffliche muß natürlich seine Grenzen haben. Sie werden etwa gekennzeichnet dadurch, daß die Ketene ganz fehlen.