Chemical Carcinogens. Activation Mechanisms, Structural and Electronic Factors, and Reactivity. Bioactive Molecules Series, Vol. 5 Herausgegeben von P. Politzer und F. J. Martin Jr. Elsevier, Amsterdam 1988. XIV, 366 S., geb. Hfl 280.00. – ISBN 0-444-43008-3
✍ Scribed by Gernot Boche
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 2006
- Tongue
- English
- Weight
- 300 KB
- Volume
- 101
- Category
- Article
- ISSN
- 0044-8249
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✦ Synopsis
Mitarbeiter, daB es in der Radiochemie nichts mehr zu entdecken gibe. Dies war freilich ein vorschnelles Urteil. Im Friihjahr 1934 berichten Enrico Fernzi und Mitarbeiter, beim Bestrahlen von Uran mit Neutronen das erste Transuranelement, 93, gefunden zu haben. Dagegen gab es Einwande: konnte es sich nicht um Protactinium handeln? Lise Meitner und Otto Huhn, in Sachen Protactinium besonders kompetent, nehmen ihre gemeinsame Arbeit wieder auf und ziehen bald den jungen Fritz Strussn7ann zu. Die Ergebnisse werden immer verwickelter; zwei Zerfidlkketten von Trdnsuranelementen zeichnen sich ab, die bis zum Element 96 reichen. Auch beim Thorium werden mehrere isomere Zerfallsreihen gefunden, die jedoch bekannten Elementen, beginnend beim Radium, zugeordnet werden. Im Sommer 1938 wird es dramatisch: Lise Meitner muB fliehen, und Ir2ne Curie und Paul Suvitck in Paris finden ein Transuranelement mit chemischen Eigenschaften, die gar nicht in das Schema des Berliner Teams passen. Huhn und Stmssmann identifizieren diese Aktivitat zunichst als Radium, dann aber, als sie dieses verbliiffende Ergebnis nochmals rigoros iiberprufen, als Barium -die Uranspaltung ist entdeckt. Nach einer zogernden ersten Mitteilung bringt dann die zweite, hier abgedruckte Arbeit die GewiBheit durch eine ganze Reihe brillianter Indikatorexperimente: Bei der fraktionierenden Kristallisation von Bariumsalzen verteilt sich die aus Uran erzeugte Aktivitat gleichformig auf alle Fraktionen. wahrend gleichzeitig zugegebenes, natiirliches Radium sich in den Kopffraktionen anreichert. Die Fraktionierungen waren dieselben, die Hahn in Rumscys Labor in seiner Lehrzeit geubt hatte, und der wichtigste Indikator fur Radium war seine Entdeckung, Mesothor-1 . So kehrt der nahezu Sechzigjahrige auf wundersame Weise wieder zu seinen Anfiingen zuruck. Auf die weitere Entwicklung, soweit sie zur Atombombe fiihrt, geht Otto Hahn nicht ein, weil dieses Gebiet nicht in den Arbeitskreis des Kaiser-Wilhelm-Instituts gehort habe. Auch iiber den deutschen ,,Uranverein" erfahrt man nichts. Die politischen Spannungen im Institut werden ebensowenig angesprochen. DaB Huhn damals unter aufierordentlichem Druck stand, wird allenfalls zwischen den Zeilen deutlich: Das Anektodische entfillt, der Ton wird ernster. Er faBt zusammen, wie das komplexe Gemisch der Spaltprodukte chemisch entwirrt wurde und was dabei gefunden wurde. Mit Genugtuung registriert er, mit primitiven Mitteln 100 Produkte gefunden zu haben, und spekuliert dariiber, welche Spaltprodukte die ,,Transurane" vorgetauscht haben konnten. Aus den Vorkriegsarbeiten bleibt nur das Uran-239 iibrig, als solches von Hahn, Meitner und Strussmunn eindeutig identifiziert. Sein Folgeprodukt, das wirkliche Element 93, war in Berlin allerdings nur sehr schwierig zu finden. Das Schluljkapitel ist kurz: Wenige Satze uber die Internierung in England, den Nobel-Preis fur Chemie 1944, die Prasidentschaft der Max-Planck-Gesellschaft. Der Bildteil hat gegeniiber der ersten Auflage gewonnen,