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Carbonylierung III. Umsetzung von Alkoholen und offenen Äthern mit Kohlenoxyd zu Carbonsäuren

✍ Scribed by Reppe, Walter ;Kröper, Hugo ;v. Kutepow, Nikolaus ;Pistor, Hans Joachim


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1953
Weight
748 KB
Volume
582
Category
Article
ISSN
0074-4617

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✦ Synopsis


Aus dem Hauptlaboratorium der Badischen Anilin-und Soda-Fabrik, Ludwigshafen a m Rhein) (Mit 2 Figuren im Text) Die gunstigen Ergebnisse, die die Verwendung von Metallcarbonylen bei der Anlagerung von Kohlenoxyd und Verbindungen mit reaktionsfahigem Wasserstoff an Acetylen-und Olefinbindungen gebracht hattenl), veranlaflten uns, mit diesen neuen Katalysatoren auch die Anlagerung von Kohlenoxyd an Alkohole zu untersuchen. Die Synthese der Essigsaure und der hoheren Carbonsauren aus Methanol hzw. hoheren Alkoholen durch Anlagerung von Kohlenoxyd war hereits Gegenstand zahlreicher Patente amerikanischer und britischer Industrieunternehmen2). Als Katalysatoren wurden in diesen Patenten vorwiegend Phosphorsaure und Phosphate, rnit Phosphorsaure oder Metallsalzen impragnierte Aktivkohle, Schwermetallsalze wie ZnCl,, CuCI,, SLuren des Molybdans, Wolframs, Urans sowie Oxyde des Thoriums, Zirkons, Titans, Aluminiums und Borfluorid verwendet. Fur die Durchfiihrung der Reaktion wurden Temperaturen um 300° und auBergewohnlich hohe Kohlenoxyddrucke von 600-1000 atii angegeben. Schon bei der Synthese der Carbonsaureester aus Olefinen, Kohlenoxyd und Methanol bzw. Athanol (vgl. vorhergehende Mitteilung) hatten wir bei Verwendung von Halogeniden carbonylbildender Metalle als Katalysatoren beobachtet, daB als Nebenreaktion betrachtliche Mengen Essigsaure bzw. Propionsaure entstehen und 30-40% der eingesetzten Alkohole zu diesen Sauren umgesetzt werden. Unsere Versuche, die Synthese von Carbonsauren aus Alkoholen und Kohlenoxyd analog der Anlagerung von Kohlenoxyd und Wasser an Olefine zu Carbonsauren mit Metallcarbonylen allein als Katalysatoren, ohne Anwesenheit von Halogenen, zu verwirklichen, fuhrten bei den angewandten Temperaturen von 230-350° und Kohlenoxyddrucken bis zu 300 atu zu keinem brauchbarenErgebnis.

Auf die nahere Bearbeitung der stochiometrischen Arbeitsweise, die wir im allgemeinen zu Beginn unserer Arbeiten mit Kohlenoxyd oder Acetylen anzuwenden pflegten, haben wir im vorliegenden Fall verzichtet, da von ihr keinerlei experimentelle Vorteile zu erwarten waren.