Biosynthesewege wichtiger Mykotoxine
β Scribed by Dr. J. Reiss
- Book ID
- 102909318
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 2007
- Tongue
- English
- Weight
- 583 KB
- Volume
- 18
- Category
- Article
- ISSN
- 0233-111X
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β¦ Synopsis
Sammelbericht (Mikrobiologisches Laboratorium, Grahamhaus Studt K. G., D-6550 Bad Kreuznach) Biosynthesewege wichtiger Mykotoxinel ) J. HEISS (Eingegangen am 4.11. 1977) Mykotoxine sind Substanzen, die von Schininielpilzen auf Futter-und Nahrungsiiiitteln produziert werden und bei Tieren -niit groBer Wahrscheinlichkeit auch beim Menschcn (ICmss 1976) -spezifische Krankheitssyniptome hervorrufen. Wenn Mykotoxine auch fiir Yflanzen toxisch sein konnen, so sind sie an der Entstehung echter l'flanzenkrankheiten wohl nicht beteiligt. Insofern lassen sich die Mykotoxine von den Yhytotoxinen abgrenzen, die als Stoffwechselprodukte von phytopathogenen Pilzen in erster Linie ihre Wirtspflanzen schadigen, daneben in Einzelfallen auch fur Mensch und Tier gefahrlich sind. Daneben steht noch eine dritte Gruppe von Pilzmetaboliten, namlich die Antibiotica, die primar fiir Bakterien toxisch sind, daneben auch Tiere und Pflanzen schadigen konnen. Greift ein Antibioticurn in einen bei allen %ellen vor-kommendenStoffwechselprozeB ein, dann ist es nicht nur fur Mikroorganisriien toxisch, sondern auch fiir alle iibrigen Lebewesen. Daher konimt es, daS man ursprunglich aussichtsreiche Antibiotica, wie etwa Patulin, Citrinin und Penicillinsaure, heute zu den Mykotoxinen rechnet; irn Tierversuch erwiesen sie sich als zu toxisch fur eine therapeutische Anwendung. Als sekundare Stoffwechselprodukte von Pilzen werden Mykotoxine dann gebildet, wenn der Primarstoffwechsel durch Anderungen physiologisch maflgeblicher Faktoren (wie Nahrstoffe, Spureneleniente, andere Wachstunisfaktoren) nachhaltig beeinfluljt wird. Ausliisende Faktoren konnen z. B. eine Verniinderung des Angebotes an Stickstoff oder Phosphor ini Nahrinediuni oder ein veranderter Sauerstoffgehalt sein (BU'LOCK 11. I'OWELL lYti5). Obwohl die sekundaren Metabolite eine grol3e Mannigfaltigkeit in Strriktur und biologischer Aktivitat besitzen, werden sie nur durch eine geringe Zahl verschiedener Synthesewege gebildet, in denen Zwischenprodukte primarer Stoffwechselwege weiterverarbeitet werden. Das Entstehen von Sekundarmetaholiten ist morphologisch ineist niit der Bildung der ersten Fortpflanzungs-und Ijauerorgane verbunden (MULLER u. LOEFFLER 1968). Essigsaure gilt als Schlusselsubstanz bei der Synthese einer groBen Zahl sekundarer Metabolite (BL%OCK 1961). Durch wiederholte ,,Kopf-Schwanz-Kondensation" von Essigsaure-Einheiten und nachfolgende Cyclisierung, oxidative Kopplung und Alkylierung an den Kohlenstoffatomen der Methylengruppen entsteht eine Vielzahl komplexer Substanzen (,,Polyacetat-Itegel" nach LYNEN u. TADA 1961). Von der Essigsaure gehen drei wichtige Synthesewege aus, die bedeutsani fur den Sekrindarstoffwechsel der Pilze und dabei auch fur die Bildung verschiedener Mykotoxine sind: 1. Der Polyketid-Weg ist verwandt niit der Biosyntheseroute von Fettsauren. E r beginnt init der linearen Kondensation von Acetyl-CoA mit drei oder niehreren Molel ) Erweiterte Fassung eines Vortrages, der am 7. 7. 1977 im Kolloquium des Biochemischen -~ Institutes der Universitat Mainz gehalten wurde.
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