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Bilirubinkonjugate der menschlichen Galle: Ausscheidung als Acylglykoside von Aldobiouron-, Pseudoaldobiouron- und Hexuronosylhexuronsäuren

✍ Scribed by Clive C. Kuenzle; Jacques R. Rüttner; Conrad Hans Eugster


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1970
Tongue
German
Weight
609 KB
Volume
53
Category
Article
ISSN
0018-019X

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✦ Synopsis


Zusammenfussung. Die Bilirubinderivate der menschlichen Galle wurden in Form ihrer Phenylazoverbindungen isoliert und durch mehrfache Verteilungschromatographie mit umgekehrten Phasen in 8 Fraktionen aufgetrennt (Azopigmente A,, A, und B, bis B,J. Der Hauptanteil des Bilirubins erscheint in der Galle nicht wie bisher angenommen als Glucuronid, sondern als Acylglykoside von Aldobiouron-, Pseudoaldobiouron-und Hexuronosylhexuronsauren. Fur die Hauptkomponenten schlagen wir die folgenden vorlaufigen Strukturen VOI (acyl = Acylrest des Aglykons) : Acyl-(6-O-hexopyranosyluronsaure-hexosid), Acyl-(4-O-hexofuranosyiuronsaure-glucosid), Acyl-(4-O-~-~-g~ucofuranosy~uronsaure-g~ucosid), Acy~-(4-0-(u-~-g~ucofuranosyl) -@-D-ghcosiduronsaure), Acyl-(4-O-(3-C-hydroxymethyl-ribofuranosyluronsaure) -B-D-glucosiduron saure) .

Bilirubin, das gelbe Abbauprodukt aus Hamoglobin, wird in der menschlichen Leber in wasserlosliche Derivate umgewandelt und als solche in der Galle ausgeschieden. Dem Ausscheidungsmechanismus kommt medizinisch erhebliches Interesse zu, da das Pigment sich einerseits bei der Gelbsucht im Blut anhauft und andererseits als Bestandteil der meisten Gallensteine gefunden wird. Seit den Arbeiten von Billing et al. [ Z ] , Schmid [3] und Talafant [4] schien es erwiesen, dass Bilirubin zur Hauptsache als alkali-labiles Acylglucuronid ausgeschieden wird. Ausserdem ergaben sich Hinweise fur das Vorkommen alkali-stabiler Bilirubinderivate 121, die in der Folge als 0oder N-Glucuronide [5] sowie als Sulfat [6] [7] [8], Phosphat [7] oder Amid des Taurins [7] angesprochen wurden, jedoch nie mit Sicherheit identifiziert werden konnten. Die vorliegende Arbeit wurde mit dem Zielpnternommen, die Struktur der alkalistabilen Bilirubinderivate aufzuklaren. Dabei ergab sich in unserem Fall, dass diese nur einen verschwindend kleinen Anteil der Gallenpigmente ausmachen. Aus diesem Grunde haben wir die alkalilabilen Bilirubinkonjugate einer erneuten Strukturanalyse unterworfen. Isolierung (vgl. Figur). -Auf die Isolierung der nativen Pigmente wurde wegen ihrer Oxydationsempfindlichkeit verzichtet. Sie wurden in Form ihrer Phenylazoverbindungen [Z] aus total 15 Litern menschlicher Galle4) wie folgt isoliert. 1) Vorlaufige, zusammenfassende Mitteilung ; ausfuhrliche Arbeiten siehe [l] . , ) Aus der Dissertation von Dr. med. C. C. K., Phil. Fak. 11, Universitat Zurich, 1969