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Berliner physiologische Gesellschaft. Sitzung am 14. März 1941

✍ Scribed by Prof. C. Heymans


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1941
Tongue
English
Weight
210 KB
Volume
54
Category
Article
ISSN
0044-8249

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✦ Synopsis


sich teilenden Zelle im Ruhekern wieder hoheres EiweiQ entsteht. Diese Vorstellung stimmt gut iiberein mit den Befunden. die Kossel schon vor langer Zeit bei der Spermatogenese von Fischen erhoben hat. Auch hier findet bei den nusgebildeten Spermatozoenkopfen eine Anhaufung von basischem EiweiB vom Protamintypns statt, wahrend hoheres EiweiB verschwindet. I n den fertigen Spermatozoenkopfen sind aber die Metaphasechromosomen bereits vorgebildet.

Das Heterochromatin und die damit verwandte Nucleolarsubstanz stehen anscheinend in Beziehung rnit der EiweiBproduktion im Cytoplasma. I n einzelnen Fallen konnte eine Anhaufung von EiweiB vom Histontypus an der Innenseite der Kernmembran beobachtet werden, wahrend an der AnBenseite im Cytoplasma eine Anhaufuug von Nucleinsaure vom Ribosetypus stattfindet.

Soweit eine Verallgemeinerung jetzt schon gestattet ist, scheint es dem Vortr., daB eine V e r m e h r u n g v o n EiweiBstoffen n u r u n t e r V e r m i t t l u n g v o n N u c l e i n s a u r e moglich ist. Hierbei dient zur gleichzeitigen Vermehrung von vielen verschiedenen hiweiaanteilen die polymerisationsfahige Thymonucleinsanre, die die gleichzeitige Vermehrung aller Gene ermoglicht. Die Vermehrung irgendeines bestimrnten Eiweihnteils fur sich wird hingegen durch die Nucleinsaure vom Ribosetypus vermittelt.

Chemisches

Institut der Universitat Greifswald. Colloquium am 7. Marz 1941. H. Lettre, Bxlin: Uber das Wachstum des Mause-Ascites-Turnors und seine Beeinfluss~ng'~). Unter den experimentellen Tumoren nimmt der Aseites-Tumor eine Smderstellung ein. Durch intraperitoneale Injektion von Zellen des Ehrlichschen Mause-Carcinoms kann eine freik Vcrmehrung der Krebszellen innerhalb der Bauchhohle erzielt werden, die gleichzeitig stark von Bauchhohlenfliissigkeit erfiillt wird. Durch Uberimpfung-des Ascites, in dem die Krebszellen enthalten sind, kann dieser Tumor iibertragen werden. Parallel mit der Vermehrung der Krebszellen nimmt die Menge des Ascites zu; die Gewichtsanderung des geimpften Tieres ist also ein einfacher Test fur den Ablauf der Entwicklung des Tumors und gestattet die Verfolgung des Einflusses verschiedener Stoffe auf das Wachstum des Ascites-Tumors. AuBere Faktoren, die den Ablauf der Entwicklung des Tumors beeinflussen, wie Ernahrung, Rasse der Mause, Zahl der iiberimpften Krebszellen, miissen hierbei natiirlich beriicksichtigt werden. Aus quantitativen Versuchen ergibt sich, daB die Verdopplung der Zahl der Krebszellen in etwa 2-2,5 Tagen erfolgt. Da mit 64 Mio. Krebszellen der Ascites-Tumor auBerlich erkennbar wird, ist eine Versuchszeit von 52-65 Tagen notwendig, uin eine Vernichtung aller Krebszellen sicher zu machen. Cancerogene Stoffe hemmen das Wachstum von Impftnmoren: diese Wirkung ist jedoch nur sekundar, d a prixn5r eine Schadigung des Wirtstieres erzielt wird. Auch durch einige aliphatische Aldehyde, z. B. Heptylaldehyd, sol1 eine Hemmung der Vermehrung der Krebszellen erzielt werden. Moglicherweise greifen diese Aldehyde in den Stoffwechsel der Krebszelle ein, indem sie reduziert werden. Vom Vortr. wurde die Einwirkung von Redoxindicatoren auf die Entwicklung des Ascites-Tumors untersucht. Es zeigte sich kein EinfluB, unabhangig davon, ob diese Stoffe entsprechend ihrem Redoxpotential von den Krebszellen reduziert werden oder nicht. Nur bei Flavinen, z. B. dem 9-Phenyl-5,6-benzo-flavin, wurde eine hemmende Wirkung beobachtet, die moglicherweise durch eine katalytische Wirkung dieser Stoffe zu deuten ist. Durch Vorb-handlung von Kaninchen mit Zellen des Mause-Tumors wurden S x a dieser Tiere erhalten, die das Wachstum des Mause-Ascites-Tumors stark hemmen, z. T. verhindern. Auch Serum von Kaninchen, die mit Tumorextrakten oder Ratten-Carcinomen vorbehandelt waren, zeigte eine, wenn auch abgeschwachte Wirkung, wahrend durch unspezifische Immnnisierung kein Effekt zu erzielen war. Zum gleichen negativen Ergebnis fiihrten Versuche mit d-Dipeptiden.

Weiter wurde der EinfluB von Mitosegiften, vor allem Colchicin, untersucht. Ein Zeitrafferfilm des Vortr. an Gewebekulturen


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