𝔖 Bobbio Scriptorium
✦   LIBER   ✦

�ber den Vitamin D-Bedarf des �lteren Kindes mit einigen Hinweisen auf die Verh�ltnisse beim Erwachsenen

✍ Scribed by K�ster, Fritz


Publisher
Springer-Verlag
Year
1950
Weight
597 KB
Volume
68
Category
Article
ISSN
0044-2917

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✦ Synopsis


Die Rachitis gilt als eine Krankheit, die heutigen Tages fast nur im S/~uglingsalter vorkommt und im zweiten Lebensjahr nur noch selten, ab drittem praktisch nieht mehr angetroffen wird, Wenn man von den gelegentlich aIs Rarit~t zur Beobaehtung kommenden F/~llen von Rachitis tarda oder perennerierender t~achitis absieht. Dementspreehend hat die Frage nach dem Bedarf an Vitamin D des doch auch noeh jenseits des S/iug]ings-und Kleinstkindesalter immer noeh im intensiven Wachstum befindlichen Organismus fast kein Interesse mehr gefunden. Gewi6 sind die Mangelzeichen im S~uglings-und unter Umst~nden noeh Kleinst-kindesal~er so eindrucksvoll, dab die fast ausschlie61ieh anf diese Altersstufe besehr~nkten Untersuchungen wohl verst~ndlich sind. Die au6erordentliehe Bedeutung des Vitamin D fiir die jiingsten Altersstufen sollte aber nicht zu einer vollkommenen Vernaehl/~ssigung der Frage nach dem Vitamin D-Bedarf in den sp/iteren Waehstumsperioden ftihren.

Zweifellos dfirfen wir damit reehnen, dab der Tagesbedarf an Vitamin D sieh naeh der Periode des st/~rksten Waehstums im S/~ug]ingsalter vermindert. Diirfen wir aber sicher sein, da6 ansehiiel~end das in tier Haut gebildete Vitamin D neben den mit der Nahrung zugefiihrten Spuren ausreicht ? Massive Mangelerscheinungen, wie wir sie im S/iuglingsalter und gelegentlieh noch im zweiten Lebensjahr als ,,itoride Rachitis" klinisch leicht erfassen kSnnen, treten nun freilich nicht mehr auf. Es miissen sehon feinere Untersuehungsmethoden und Versuehsanordnungen herangezogen werden, um beim verlangsamten Wachstum Aufsehlu8 dariiber zu erhalten, ob die Vitamin D-Versorgung tats/~ehlich optimal ist. Als sehr feiner Test fiir das Vorliegen eines Vitamin D-Mangels gilt die histologisehe Unbersuehung. Schmorl, der bedeutendste Kenner der pa~hologischen Anatomie der Raehitis, hielt die histologisehe Diagnose ftir ,,absolut sicher". Er land in den Jahren 1901 bis 1908 zwisehen 4. und 18.Lebensmonat eine Raehitish/~ufigkeit von 96,6~, veto dritten Monat bis zu 4 Jahren 72;8 ~o bei einer Gesamtzahl yon 386 Untersuchungen. Die l~estzustgnde abgeheilter l~chitis sirid dabei nich~ mitgez/~hlt ! Welche 30*