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Bemerkungen zu der Veröffentlichung von R. S. Hilpert und S. Wisselinck über Dioxan-Lignin und den Farbstoff des Ebenholzes

✍ Scribed by Wedekind, E.


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1936
Weight
166 KB
Volume
69
Category
Article
ISSN
0365-9631

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✦ Synopsis


W e d e k i n d . 2521 454. E. Wedekind: Bemerkungen zu der Veroffentlichung von R. S. H i l p e r t und S. Wisselinck uber Dioxan-Ligmin und den Farbstoff des Ebenholzes. (Eingegangen am 21. Oktober 1936.) R. S. H i l p e r t und S. Wisselinckl) haben unlangst iiber den oben genannten Gegenstand2) eine Kritik veroffentlicht, die darauf hinauskommt, ,,verhiiten zu wollen, daQ der Farbstoff des Ebenholzes und das zugehorige Dioxan-Lignin in die zusammenfassende Literatur als Pflanzenbestandteile eingehen." Obwohl es mir zweifelhaft erscheint, daL3 die Ausfiihrungen der beiden Verfasser zu einer restlosen Erfiillung dieser Zielsetzung ausreichen, scheint es mir doch notwendig zu sein, zu den damit verbundenen Behauptungen kurz Stellung zu nehmen, damit sich bei Fernerstehenden nicht irgendnelche irrigen Vorstellungen festsetzen.

Zunachst mu13 es recht eigenartig erscheinen, d& der Ebenholzfarbstoff ebensowenig ein Pflanzenbestandteil sein soll, wie das von Hilpert3) hartnackig verleugnete Lignin. Im Ebenholz ist ja das schwarze Pigment so sinnfallig, daI3 die Pflanzen-Physiologen sich bis vor kurzem iiber seine chemische Pu'atur nicht klar werden konnten. Auch handelt es sich hier nicht um einen accessorischen Holzbestandteil, sondern um relativ so erhebliche Mengen, dafi diese zweifellos fur die schwarze Farbe des Ebenholzes verantwortlich zu machen sind. Nachdem ich auf die friiher geschilderte Art und Weise das Pigment isoliert und im Gegensatz zu alteren Vorstellungen als ein ligninartiges Produkt erkannt babe, konnte hochstens noch ein Zweifel dariiber bestehen, ob der amorphe und durch Umlosen nicht zu reinigende Farbstoff einheitlich ist , bzw. durch die benutzte Aufarbeitungsmethode gegeniiber seinem nativen Zustande merklich verandert ist. Selbst wenn zur Entscheidung dieser Frage bei dem augenblicklichen Stand der Dinge eine Moglichkeit hestande, bliebe immer noch die fur ein Holzpigment wichtige Erkenntnis, da13 hier nicht wie man u. a. friiher annahm, fein verteilter Kohlenstoff, sondern eine ligninahnliche Substanz vorliegt, die man kiinstlich durch Dehydrieren des Lignins nachahmen kann.

In Ermangelung eigner Versuche mit dem Ebenholz, bringen H i l p e r t und Wisselinck Einwande, die mit der vorliegenden Frage kaum etwas zu tun haben; sie berufen sich namlich auf das Verhalten von Xylose bzw. Fructose gegen 3-5-proz. Salzsaure, wobei sie das Auftreten einer pechartigen Masse beobachtet haben, deren Kohlenstoffgehalt etwa 2 yo unter demjenigen des gereinigten Ebenholz-Pigmentes lie@ . Da die genannten Autoren selbst zugeben, d& diese Produkte meth~xylfrei~) sind, also des Hauptmerkmals des Lignins entbehren, so entfallt wok1 hieriiber jede Diskussion. Es kommt hinzu, da13 der Nachweis fehlt, da13 im Ebenholz Fructose bzw. Xylose in irgend nennenswerten Mengen vorkommen, so daQ im giinstigsten Falle hochstens mit geringen Quantitaten von Verunreinigungen aus dieser Quelle gerechnet werden k5nnte. Uberdies weicht das Verhalten der einzigen ernst-[Aus d. Chem. Institut d. Forstl. Hochschule Harm.-Miinden.] _. ~ 1) B. 69, 680 [1936]. 3) vergl. u. a. B. 68, 380 [1935]. 4) U'ir haben uns inzwischen selbst davon iiberzeugt, daD das von Hilpert er-\.ahnte Produkt, das man aus Fructose und heil3er Oxalsaure-Liisung erhat. praktisch kein Methoxyl eafhalt. 9 ) vergl. E. Wedekind. B. 68, 2363 [1935]. 163* O) vergl. E. W e d e k i n d u. 0. Miiller (B. 69, 2363 [1936]) und E. W e d e k i n d ,


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