𝔖 Bobbio Scriptorium
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Beiträge zur Valenzlehre I. Ableitung der Säureformeln auf Grund eines Gesetzes über die homöopolare Atombindung

✍ Scribed by Heinrich Remy


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1921
Tongue
German
Weight
626 KB
Volume
116
Category
Article
ISSN
0372-7874

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✦ Synopsis


Voii den in neuerer Zeit unternommenen Deutuugsversuchen der chemischen Bindung auf Grund von bestimmten Vorstellungen iiber den Aufbau der Atomvalonzsphiire aus Elektronen hat in erater Linie die von W. KOSSEL~) ausgearbeitete Theorie Anklang gefunden, Diese ist von ihrem Urheber mit Erfolg bisher lediglich auf die h e t e r o p o l s r e Atombindung angewandt x-orden.

Eine eigentumliche, den Foi meln der Souerstoffsiiuren (und, so-vie1 icli bis jetzt iibersehe, auch groJ3en Klassen andorer Komplexverbindungen im weiteren Sinne) zugrucde liegende GesetzmaBigkeit scheint mir suf einen Weg hinzuweisen, auf dem man den Gruadgedanken K O S S E L ~ von der ausgezeichneten Stabilitiit gewisser Elektronenverbtinde auch fur die Deutung der h o m o o p o l a r e n Atombindung nutzbsr machen konnte. Als Grundmerkmd s t r e n g h o m o o p olar e r c h emi s c h er 2, Bindung ist Kohl der gemeinsrtme B e s i t z v o n Elektronen3) seitens der homiiopolar aneinander gebundenen Atome snzusehon. Dabei bi sucht man aber nicht notwendig vorsuszusetzen, daS zwei homoopolar Yerbundene Atoine ihre s a m tlichon Elektronen gel ) Ann. d . Phy8. 49 (lela), 229. 2) Die VAN DEE W u s c h e n uiid bhnliche Ki%fte, welche bekantlich DBBYE neuerdinge euf Orund von Influenzwirkungen der Atumfelder zu deuten vermocht hat, pflegt man nicht in den Begriff der ,,chemiechen Bindung" einzo beziehen.

3, Der gemeinsame Besitz von Elektronen spielt in der yon I. LAXQMUIR [Jotcrn. A m . Chem. Soc. 41 (1919), 8681 entwickelten Velenzthoorie eine grund-legend0 Rolle. LANQMIJIB &It den gemeinsclmen Eesitz von 1-3 Elektronenp a r e n durch zwei Valenzsysteme fur maglich. Da er aber kein Kriterium drsfiir qibt, w a n n 1, 2 oder 3 Elektmnenpaare die Bindung vermitteln, l&Bt die Dectung der chemischen Verbindungen auf Grund seiner Theorie der Willkiir zu groBen Spielraum. ') 8. 8. o,, s. 270ff. U. ! m f . a) Vgl. A. WIIENEE, Neuere b h a u u n g e n m., 4. Aufl. (lBeO), 68f.