Beitrag zur Kenntniss der Chinarinden
✍ Scribed by Hesse, O.
- Book ID
- 102897208
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1877
- Weight
- 1013 KB
- Volume
- 185
- Category
- Article
- ISSN
- 0074-4617
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✦ Synopsis
Beitrag bur Kenntnifs der Chinarinden ; von 0. Heme. @fnphufen den 7. Doeember 1876.) lturee Zeit nach dem Erscbeinen meiner Mittheilung Qber Aricin und damit verwandte Substanzen in diesen Annalen +> erhielt die wohlbekannte Firma F r i d r. Jo b s t in Stuttgart alne Cuecochinarinde zugeschickt, welche ganz bestimmt Aricin entbalten sollte. Diese Behauptung hat sich seitdetn als richtig erwiesen. Allein indem ich genau nach der bezdglichen VorschriH von L e ver k 6 h n **) arbeitete, war es mit in erster Linie miiglich, aus dieser Rinde ein wnderes Alka- loid, das Cusconin , abzuscheiden , dber welches ich friiher schon eine kurze Notiz +**I gab. In Anbetracht des Interesses, das sich an die Kenntnifs der fraglichen beiden Alkaloide knupft , acquirirte die genannte Firma eine grofsere Menge von fraglicher Rinde und ilberliefs dieselhe mir freundlichst zur Untersuchung. Was zunachst diese Chinarinde betriFFt, SO stinrmt dieselbe im Wesentlichen mit L e v e r k o h n 's fdscher Calistlyarinde iiberein. Indefs sind die voriiegenden Rindenstucke meist von griifseren Dimensioiien , als sit! L e v e r k 6 h n beobachtete. Auch zeigen sich an dieser Kinde bisweilen Querrisse, wie bei den achten Calisayarinden, wiihrend andererseits die Ungsrisse weit scltener auftrelen und dann auch nur undeutlich zu erkennen sind. Es mag diem ktatere Erscheinung vielleicht davon herkommen, dafs jetzt beirn Einsammeln der *) Diem Annalen lel, 68. **) Bepertorium fiir Phurnacie 88, 867. **) Berichte der deubohen chemischen Qerelbahaft 0, 742. Rinde deren lufeerste Bedeckung weit melu abgeschabt wird, rlr frQher. Ferner mufs angefahrt werden, dafs der Geschmack die-oBr W e irn Widerspruch mit L e v e r k 6 b n 'B Angabe nicht muer ist. Ich finde n%mlioh nur, dab diese Rinde erst schwach ausammenziebend, dana biUer, endlich kratzend schmeckt. Diese Cuscorinde bildet , wie schon L r: v e r k b h n anffihrte, meiet nach einwArts gebogene Stiicke, was bei der iichten flachen Calisayarinde sellen der Fall ist. Auch ist der Bruch der falschen CaEsayarinde vie1 rruher anzufiihlen, sowie kurzfaseriger als jener der Rinde von Cinchona Calisaya. Im Grofsen und Ganzen sind diese Unterschiede bei den Rinden dem Sachkenner recht gut bemerkbar; fir den weniger damit Vertrauten trelen aber dieselben sehr zuriick und es ware dann deshalb leicht eine Verwechselung beider Rinden maglich, hiltten wir nicht in der Grahe'schen Reaction ein vortreffliches littel zur Unterscheidung derselben. Es ist bekannt, dafs alle Rinden, welche Chinin, Cinchonidin oder deren Isomere enthalten , beirn Erhitzen im Probirrohr carminrolh gebrblo DBmpft: entwickeln. Diese Reaction, welche bezuglich der Farhung der Dampfe sehr vie1 Aehnlichkeit niit jener hat, welche bei der trockenen Destillation von Hydrochinoncarbon6ure +) und von a-hydrochinondisulfonsaurem Katium statthat, bleibt Bus, wenn dime Rinden von jenen AlkaloSden bar sind. Nun wissen wir aber, dab jede actite Calisayarinde von diesen Alkaloiden immer gewisse , oH sogar sehr reichliche Mengen enthfdt , folglich auch die erwahnte Reaction stets geben mufs. 0 ) Diase Annden 180, 847. 298 8 6 8 8 6 , Bedrag rwr Kmntnih Wesentlich anders verhOt sich dqegen die bagliche Cuscorinde , welche niimlich beim Erhitzen braungefilrbte Diimpfe und schlierslich einen braunen Theer liefert. Es labt sich also an dem Ausbleiben oder Eintreten der Grahe'schen Reaction leicht erkennen, ob wir es in ainern gegebenen Falle mit einer ichten oder einer falschen Calisayarinde zu thun haben. Natiirlich miifste dann, wenn diese Reaction ausbleibt, noch nachgewiesen werden, ob diese Rinde wirklich mit unserer Chinarinde iibereinstimmt. Die fragliche Cuscorinde fhrbt sich ferner braun, wenn sie mit concentrirter Salpeterslure betupft wird, woraus folgt, dafs dieselbe verschieden ist von der Rinde, aus welcher ' P e 11 e t i e r und C o r i o I das Aricin abschieden. Aber auch iin Aeufseren sind beide Rinden, wie rnir Prof. W i g g e r s mittheilt, von einander verschieden. W igger s fiihrt an, dafs er eine solche Rinde, wie L e v er k 6 h n ' E Chinarinde ist, bislang noch nicht gesehen habe. h c h alledem zu urtheilen gabe es daher vier Arten von Cuscochinarinden, namlich i) die Cuscorinden von D e lo n d r e 9) , welche W i gg e r s **) fiir falsche erkliirt; 2) die Cuscorinden, wdche W i g g e r s **) fiir hchte Cuscorinden anspricht. und welche, wie mir bekannt ist, imJahre 1829 und einige Jahre spater vielfacb im Handel bemerkt wurden. Eine solche Rinde untersuchte L e v e r k 6 h n ***) ebeiifalls und erkannte sie als cinchoninhallig, was ich zufolge der eingesandten Probe von Originalrinde , welche ich Prof. B u c hn er verdanke , nur bestltigen kann. Weitere Proberr von 9 Qnlnologie pw Deiondre et Boachordat, 8. 38. -) Deasen Pharmacognosie, 6. Ad., 8. 412. *-) bpertoriam fiir Pharmscie 88, 864.
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