𝔖 Bobbio Scriptorium
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Beitrag zur Frage der Sekundärpfannenbildung bei nicht reponierten zentralen und hinteren Frakturluxationen des Hüftgelenkes

✍ Scribed by M. Gergen


Publisher
Springer
Year
1965
Tongue
English
Weight
323 KB
Volume
57
Category
Article
ISSN
1434-3916

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✦ Synopsis


In den letzten Jahren ist eine auffallige Zunahme der Frakturluxationen des H/iftgelenkes im unfallehirurgisehen Krankengut zu verzeiehnen. Wahrend fr/iher Sturz und StoG als haufigste Ursaehe der Hfiftgelenksverrenkungen in Frage kamen, handelt es sieh jetzt sehr oft um Anprallunfalle (Armaturenverletzungen) als Folge des motorisierten Sehnellverkehrs. Dadureh hat aueh die Kombination yon Hfiftgelenkstrauma mit anderen Verletzungen der Beine zugenommen. Da die Verletzten augerdem oft bewuGtlos in das Krankenhaus eingeliefert werden, ist die Forderung bereehtigt, bei solchen Unfallen aueh immer eine Untersuehung und eine l~Sntgen/ibersichtsaufnahme des Beckens vorzunehmen.

Die friihzeitige Erkennung yon tIiiftgelenkspfannenbrfiehen mit und ohne gleiehzeitige Itiiftkopfverrenkung ist prognostiseh wie therapeutiseh auBerordentlieh wiehtig, da nut so ein spaterer irreparabler Sehaden vermieden oder wenigstens vermindert werden kann. Je friiher die riehtige Diagnose eines Hiiftgelenkstraumas gestellt werden kann, um so sehonender und erfolgreieher ist die Einrichtung einer Luxationsfraktur und das funktionelle Endergebnis der Behandlung.

Obwohl stets eine vollstandige I~eposition des Obersehenkelkopfes in die Primarpfanne angestrebt werden sollte, so gibt es doch aueh immer wieder Falle, bei denen wegen besonders ungfinstiger Umst~nde keine Wiederherstellung normaler Gelenksverhaltnisse m6glieh ist. Einerseits k6nnen operative MaGnahmen kontraindiziert sein, andererseits konservative Einriehtungsversuche erfolglos bleiben. In diesen Fallen ist das Ziel der Behandlung auf die Bildung einer m6gliehst funktionstfiehtigen Nekundi~rp/anne ausgerichtet. Jedoeh bleibt der Hfiftkopf teilweise oder vollstandig luxiert. Dies ist einer Frfiharthrodese vorzuziehen.

Ein zufriedenstellendes funktionelles Behandlungsergebnis kann dabei wegen der Umbauvorgange in der Sekundarpfanne erst nach deren Stabilisierung erwartet werden. Daher soltte das Hiiftgelenk 3--4 Monate nach dem Unfall ununterbroehen entlastet werden. Von einer vollen Belastung des Beines wird aueh dann noeh 1--2 Monate Abstand genommen. Wahrend dieser Zeit soll jedoeh groBes Gewicht auf aktive Bewegungsfibungen ohne Belastung, Muskelkraftigung und FSrderung der Durehblutung gelegt werden. Dem posttraumatlsehen 0dem des Beines kann dutch mehrmaliges tIoehlagern der verletzten Extremiti~t bei Tag * Herrn Professor Dr. LoREnz BS~LE~ zum 80. Geburtstag gewidmet.