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Beitrag zur Appendicitis im Neugeborenenalter

✍ Scribed by Nuri, M. ;Hecker, W. Ch. ;Duckert, W.


Publisher
Springer-Verlag
Year
1964
Weight
464 KB
Volume
91
Category
Article
ISSN
0044-2917

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✦ Synopsis


Das sog. ,,akute Abdomen" im Neugeborenenalter kann vielgestaltig sein; dab man aueh an eine Appendicitis denken mug, soll das nachfolgende Beispiel demonstrieren. Frank Z. wurde am 10.8. 1963 mit einem Gewicht von 3270 g geboren. Er ist das erste Kind einer gesnnden Mutter, die keine Fehl-oder Totgeburten hatte. Wghrend der Schwangersehaft war die Mutter immer gesund. Die Fruehtblase wurde in der Entbindungsklinik er6ffnet, das Fruehtwasser war v611ig Mar. Die Geburt verlief komplikationslos, an der Placenta war kein krankhafter Befund zu erheben. Die Wochenbettzeit verlief bei der Mutter ohne jegliehe Besonderheiten. W~hrend der ersten beiden Lebenstage fielen bei dem Sgugling keine Krankheitserseheinnngen auf. Meeonium wurde entleert. Am 3. Lebenstage trat eine pl6tzliehe Versehlechterung des Allgemeinzustandes auf. Das Kind verweigerte die Nahrung, erbraeh in den folgenden Stunden wiederholt, es wirkte deutlieh sehlgfriger gegeniiber dem Vortage. Der Neugeborenenikterus, der am Morgen des 3. Tages zum ersten Mal beobaehtet wurde, nahm an Intensit~t im Laufe des Tages erheblich zu. Es erfolgte daraufhin die Verlegung aus der geburtshilfliehen Abteilung in die Kinderklinik Heilbrorm. Der hier erhobene Befund ergab eine stShnende Atmung, der Ikterus wirkte intensiv, die Hautdurehblutung war dentlieh herabgesetzt. Der Leib war aufgetrieben, Darmger~usehe nur vereinzelt zu h6ren, man palpierte eine deutliehe Abwehrspannung. Bei der Magenspiilung entleerte sich reichlich griinlich-k6rniger Inhalt. Die Temperatur betrug 37,8 ~ der Bilirubinspiegel im Serum 11,9 mg-~ Die R6ntgenaufnahme am hgngenden Kind zeigte multiple Spiegelbildungen im Bereieh des Diinndarmes (Abb. 1). Das Blutbild ergab 4,6Mi11. Erythroeyten, 3700Leukocyten, 19~ Stabkernige, 34% Segmentkernige, 42o/0 Lymphocyten, 5o/o Monoeyten. Das Neugeborene wurde daraufhin unter der Diagnose: Ileus mit Peritonitis in die Chirurgisehe Universitgtsklinik Heidelberg verlegt und sofort laparotomiert. Im Abdomen befand sieh ein schmieriges, z. T. eitriges Exsudat, die Dtinndarmsehlingen waren stark ger6tet und erweitert. Als Ausgangspunkt der Peritonitis fanden wit eine fief blau-schwarz verf~rbte, gangr~n6se Appendix, die z. T. mit der Umgebung fibrin6s verklebt war. Es wurde appendektomiert, das Abdomen gesi/nbert nnd Penicillin-Streptomycin instilliert. Die histologisehe Untersuehung (Prof. Dr. W. DoE~, Direktor des Pathologiseh-anatomischen Institutes der Universitgt Heidelberg) ergab eine h~morrhagisehe, nekrotisierende Entziindung aller Z. ~inderheilk., Bd, 91


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