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Beitrag zum Problem der Behandlung der spastischen Kinderlähmung

✍ Scribed by H. Rettig


Publisher
Springer
Year
1956
Tongue
English
Weight
635 KB
Volume
48
Category
Article
ISSN
1434-3916

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✦ Synopsis


Die spastischen Lghmungen stellen aus dem groBen Kapite ! der Lghmungen ein Teilgebiet dar. Unter ihnen sind die cerebralen Kinderlghmungen pathologisch und klinisch wieder eine eigene Gruppe. Sie kommen als Hemi-Di-und Tetraplegie vor. Vielfach wird die Gesamtheit der cerebralen Kinderlghmung unter der Bezeichnung Littlesche Erkrankung geffihrt. Der Name gebiihrt tatsi~chlich aber nur der spastischen Diplegie.

Wir kennen die angeborenen cerebralen Kinderlghmungen und unterscheiden davon die erworbenen Formen. Angeboren kommt das Krankheitsbild nach ScH~n) etwa in 30% der Fglle vor. 1)orencephalie, Mikrocephalie oder luetische Affektionen der Eltern sind dann die Ursaehe. Die erworbenen Formen kommen meist unter dem Bild der spastischen Hemiplegie vet. Geburtstraumen, Asphyxie und Entzfindungen yon Gehirn und Gehirnhguten sind daffir verantwortlich.

Die _/4"tiologie und das Bild der Lghmungen ist uneinheitlich. Es gibt aber vide Beziehungen unter den einzelnen Krankheitsbildern. Therapeutisehe MaBnahmen haben so ffir sgmtliche Erkrankungsformen Gfiltigkeit.

Eine besonders gute Darstellung der spastischen infantilen Hemiplegie vetmittelt uns SILFVERSKI6LD. Besonders eingehend ist seine Beschreibung der geschiehtliehen Entwieklung der Therapie.

Die spastischen Erkrankungen sind in ihrem Symptomenbild gelgufig. Da es sich um spastische Paresen handelt, kommt es zu FunktionsstSrungen, die sieh aus gegensinnigen Bildern aufbauen. Einerseits bestehen Lghmungen mit Atrophien. Andererseits beherrschen Spasmen das Krankheitsbfld. TonuserhShung und vermehrte Muskelleistung sind damit gekoppelt. Sekundgr entwickeln sieh Muskelsehnenverkfirzungen und Gelenkkontrakturen. Aus all diesen K0mponenten setzt sich die spas~isehe FunktionsstSrung zusammen.

Die Empfindlichkeit der Spastiker gegen sensible l%eize ist bekannt. Auf sensiblem Wege k6nnen betrgchtliche Spasmen ausgel5st werden. Von einfacher Steifheit und Ungeschiekliehkeit fiber unkoordinierte Bewegungen und Ataxie weehseln die Krankheitsbilder bis zu den schwersten Spasmen mit fast unl5sbaren Kontrakturen. Luxationen kSnnen beobachtet werden. Leichte Erkrankungsfglle kSnnen prognostiseh nicht ungfinstig beurteilt werden. Sie neigen zur spontanen Besserung. Die Spasmen lassen mit zunehmendem Alter naeh, wghrend Arch. or~hop. Chir,, Bcl. 48 22


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