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Beitrag und Kritik zum Bilde der intraspinalen Lipome

✍ Scribed by Otto Koch


Publisher
Springer-Verlag
Year
1948
Tongue
English
Weight
534 KB
Volume
179
Category
Article
ISSN
1433-8491

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✦ Synopsis


W/~hrend die alte Literatur noch eine verwirrende Fiille von intraspinalen Tumoren, besonders zahlreiche Sarkome, kannte, sind uns heute die Geschwiilste des l~fickenmarkes selbst als auch die yon auBen, vorwiegend-con den I-Iirnh/iuten ausgehenden komprimierendenProzesse bei den verfeinerten neurologisehen, liquor-und rSntgendiagnostischea Methoden meist schon kliniseh nicht mehr problem~tisch u11d anatomisch wohl bekannt. Zur Systematik der intra-und extramedulli~ren Gesehwiilste verweisen wit att~ den Beitrag yon BODECRTEL im Handbuch der inneren Medizin. Unter diesen Tumoren sind die extraduralen Lipome mit als die seltensten zu betraehten. Ihr Vorkommen wird immer wieder erw/~hnt, eine Beschreibung eines solchen Tumors war uns aber nieht auffindbar und zugi~ngig. Eine eigene Beobachtung bot ira Behandlungsver]auf sowie lJei der pathologisch-anatomischen Untersuchung Besonderheiten, die uns veranlassen, unsere Befunde mitzuteilen. Vielleicht kann auch eine weitere DeutungsmSgliehkeit~ fiir j ene ~/~lle geboten werden, bei denen die klinische Untersuchung zwar ein Kompressions-Syndrom nachweist, bei der Operation aber kein Befund erhoben werden kann.

Wir schicken einen Auszug der Krankengeschichte, fiir deren ~berlassung ich dem Direktor der Heil-und Pflegeanstalt Grafenberg, Herin Prof. Dr. SIor% ergebenst danke und den Obduktionsbefund voraus:

Die bei ihrem Tode 67j~hrige Pat. war nie ernstlich krank, hatte 7 Geburten und gelegentlich w/~hrend der Schwangerschaft t~erzbeschwerden. Sie erkrankte l~nd 2 Jahre vor dem Tode mit l~iickenschmerzen in wechselnder St/~rke. Einige Wochen sp~ter trat ein taubes Gefiihl in den Zehen li. ein, das allmi~hlich st/~rker wurde, auf den Full, den Unterschenkel und den Oberschenkel tiberging. Nach einigen Monaten r die gleichen GeffihlsstSrungen re. auf. Zur gleichen Zeit wurde das Gehen schwerer, das li. Bein war Mitre 1945 ,,gel~hmff'; sie war aber noch in der Lage, ihren Garten, wenn auch beschwerlich, umzugraben. Ende 1945 erhielt die Pat. Vitaminspritzen , wonach sich die Beschwerden im re. Bein angeblich fiir 14 Tage besserten, dann aber wieder verstKrkt auftraten und schlie~lich entwickelte sich auch re. eine L~hmung. Anfang 1946 waren beide Beine geli~hmt, aul3er den Gefiiblsst5nmgen an beiden Beinen. Die Pat. hat hie darauf geachtet, wie weir die StSrungen gegangen sind. Keine Blasen-stSrtmgen; seit einigen Wochen Verdauungsst6rungen, die Pat. ftihlt abet den Stuhldrang. Am 30. 7.46 Einweisung in die Provinzial Hell-und Pflegeanstalt Dfisseldorf-Grafenberg wegen spastischer L~hmung beider Beine.


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