Auslösung von Mutationen verschiedenen Typs durch Behandlung des extrazellulären Phagen „Kappa” von Serratia mit Nitrit
✍ Scribed by R. W. Kaplan; Dr. S. K. Bose
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 2007
- Tongue
- English
- Weight
- 884 KB
- Volume
- 1
- Category
- Article
- ISSN
- 0233-111X
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✦ Synopsis
I. Probleme
Der temperierte Phage Kappa aus dem lysogenen Stamm K des rote Kolonien bildenden Bakteriums Serratia marcesceiis (Bact. prodigiosum) hat die nngewohnliche Eigenschaft, bei Bestrahlung mit UV oder Rontgenstrahlen der extrazellularen Partikel bis einige Prozent Mutationen vom Klarloch-Typ zu ergeben (ELLMAUER u. KAPLAN 1959). Eine Bestrahlung auch des Wirtes wie bei anderen Phagen (WEIGLE 1953, JAKOB 1954) ist dazu nicht notwendig, wenn eine solche auch die Mutationsausbeute erhoht ( WINKLER). Da es sich hier bei anscheinendum Initierung von Erbanderungen mit hoher Rate in extrazellularer DNS, also ,,in vitro", handelt, 1aBt das Studium dieses Vorgangs Beitrage zur Erkenntnis der Natur von strahleninduzierten Mutationen in der Erbsubstanz erhoffen. Bisher zeigte sich bereits, daB solche zu Klarlochmutationen fiihrende W-Lasionen zu einem erheblichen Teil durch Nachbehandlung des freien Phagzn mit Licht, Warme oder anorganischen Ionen revertiert werden konnen (KAPLAN, WINKLER u. WOLF-ELLMAUER 1960; PARK 1961 ; KAPLAN 1960). Auffallig ist, daB die UV-Bestrahlung fast nur Mutationen erzeugt, welche die Triibheit des Wildtyp-Plaques verschwinden laBt (klares Loch, c-Typ) oder sie stark vermindert (f leicht getriibtes Loch, 1-Typ). Zunachst wurde vermutet, da13 diese Mutationen vielleicht zu Verlnderungen des Lysogenisierungsvermogens fiihren, wenn auch noch andere Ursachen in Frage kommen. Inzwischen haben aber Versuche gezeigt ( KAPLAN, unveroffentlicht), daB die Lysier-sowie Lysogenierfahigkeit der c-und 1-Mutanten gegeniiber dem Wildtyp iiberraschenderweise nicht merklich geandert ist. AuBer solchen c-und 1-Mutationen, die etwa im Verhaltnis 2 : l auftreten, finden sich andere Mutationstypen nach UV nur auBerst selten. Diese betreffen Veranderungen des violettrot gefarbten Hofes, welcher den Plaque in dem gelbrot pigmentierten Rasen der Indikatorbakterirn (Stamm HY von S-rratia marc.) umgibt. Solche Farbhofmutationen sind nach UV-Bestrahlungen bisher unter vielen Tausenden von c-u. 1-Mutationen nur in wenigen Exemplaren gefunden worden. E s scheint also zunachst, daB das UV s e h r e l e k t i v nur die c-u. 1-Gene zur Mutation bringt, wahrend das iibrige Genom weitgehend UV-resistent hinsichtlich Mutation erscheint. Eine andere Hypothese ware, daB das Phagengenom zwar in allen seinen Teilen etwa gleichmaBig UV-ssnsibel ist, aber die iibsrall induzierten Mutationen sich