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Aus der Chemie der Polysilane

✍ Scribed by Günther Schott


Book ID
104605203
Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
2010
Weight
897 KB
Volume
2
Category
Article
ISSN
0044-2402

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✦ Synopsis


Seit der Mitte ctes vorigcn Jahrhunderts sind in zunehmendem MaBe niedermolekulare Verbindungen dcs Siliciums vom Typ Six, (X = C1, H , R , OR usw.) bekannt geworden, die die 4-Wertigkeit dieses Elements eindeutig zu erkennen gaben und Vergleiche mit den entsprechenden Verbindungen des Kohlenstoffs nahelegten. Verstarkt wurde diese Konzeption im Jahrc 1869 durch die Aufstellung des Periodensystems, das beiden Elementen die vermutete Nachbarstellung in der 4. Hauptgruppe endgultig zuordnete. Seither ist es das Bestreben vieler experimenteller Arbeiten gewesen, die erstaunliche Vielfalt von Verbindungsmoglichkeiten, die das Element C in der organischen Chemie realisiert, auch in der Chemie des homologen Elements Si zu finden. Besonders drastisch wurde diese Tendenz noch im Jahre 1909 [ l ] durch Reynolds vertreten, der die Hypothese eines Hochtemperatur-Protoplasmas LuBerte, einer ,,organischen" Materie, in der Kohlenstoff durch Silicium und Stickstoff durch Phosphor ersetzt sein sollte.

J e mehr man sich jedoch in der Folgezeit experimentell mit niedermolekularen Si-Verbindungen beschiiftigte, um so deutlicher wuchs die Erkenntnis, da13 zwar auf Grund der Vierbindigkeit beider Elemente gewisse stochiometrische Analogien zwischen entspreehenden Verbindungen bestehen, da5 sie sich aber in ihren chemischen Eigenschaften trotz ihrer Naehbarstellung im Periodensystem ganz unterschiedlich verhalten. Das wurde besonders in der ersten Halfte dieses Jahrhunderts durch zahlreichc Arbeiten aus der Kippingschen Schule [2] dargetan, der zeigen konnte, daB man zwar zahlreiche Si-organische Verbindungen herstellen kann, in denen cin oder mehrere C-Atome einer bekannten organischcn Substanz durch Si-Atome ersetzt sind, daB letzterc aber der Verbindung vollig neue, der Kohlenstoff-Chemie fremde Eigenschaften verleihen. Erst recht erwies sich die Eigenart der Silicium-Chemie, als cs Stock [3], [4] in den Jahren 1916 bis 1923 gelang, eine Reihe von Si-Wasserstoff-Verbindungen darzustellcn, die als Analoga zu den niedrigsten Alkanen diesen zwar stochiometrisch entsprachen und in einigen physikalisehen GroBen als verwandt erwiesen, im ubrigen aber in ihrem chemischen Verhalten den gesattigten Kohlenwasserstoffen in keiner Weise vergleichbar waren. E s erscheint deshalb von unserem heutigen Standpunkt aus wesentlich sinnvoller, gerade die Untersehiede im Verhalten entsprechender C-und Si-Verbindungen zu betonen, als gewisse, im wesentlichen meist nur formale Analogien hervorzuheben. Dies sol1 zuniichst am Beispiel der von Stock untersuchten Oligosilane geschehen.

1. Oligosilanc

Das Monosilan SiH, wurde seit seiner Entdeckung durch F. Wohler [5] lange Zeit fast ausschlie5lich VII. Mitteiliing iiber Polysilnnr.


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