Arterielle Hypertonie – was gibt es Neues? Therapie einer Volkskrankheit
✍ Scribed by Martin Fiedler
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 2008
- Tongue
- German
- Weight
- 325 KB
- Volume
- 37
- Category
- Article
- ISSN
- 0048-3664
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✦ Synopsis
Abstract
Die arterielle Hypertonie ist eine Volkskrankheit. Trotz Verbesserung der Versorgungssituation ist die Dunkelziffer nicht erkannter Hypertoniker in Deutschland noch zu hoch und die Implementierung aktueller Leitlinien in die Diagnostik und Therapie der Patienten unbefriedigend. Die aktuellen Leitlinien der DHL 2005 und ESH/ESC 2007 sehen als Grundlage der Therapiestrategie nicht allein die exakt ermittelte Höhe des Blutdrucks, sondern fokussieren vielmehr auf die Beurteilung des individuellen kardiovaskulären Gesamtrisikos der Patienten. Daher spielt die exakte Erfassung von zusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktoren, hypertensiven Endorganschäden und Begleiterkrankungen eine ganz entscheidende Rolle. In den ESH/ESC‐Leitlinien 2007 wurde das metabolische Syndrom in seiner Bedeutung als Risikofaktor dem Diabetes mellitus gleichgesetzt. Bei der Behandlung von Patienten mit einer Hypertonie Grad 2 und 3, einem hohen kardiovaskulären Risiko und niedrigem Zielblutdruck sollte bereits zu Beginn der Behandlung eine “Kombinationstherapie” erwogen werden. In der Differentialtherapie besteht für ACE‐Hemmer und Angiotensinrezeptor‐Antagonisten eine neue Indikation in der Prävention des Vorhofflimmerns und des Diabetes mellitus Typ‐2.
Während α‐Blocker bereits ihre Position als Antihypertensiva der ersten Wahl verloren haben, wird gegenwärtig auch die Bedeutung der β‐Blocker in der initialen Therapie der primären Hypertonie kritisch diskutiert. Dies ist vor allem auf die schlechten Ergebnisse bei der Schlaganfallsprävention zurückzuführen. Darüber hinaus erhöhen β‐Blocker und Thiazide das Diabetesrisiko. Insbesondere Thiazide scheinen über eine therapieassoziierte Hypokaliämie die Insulinsekretion negativ zu beeinflussen. Der klinische Stellenwert von Askiren, einem neuen oral verfügbaren Renin‐Antagonisten, muss erst im Rahmen klinischer Studien genauer definiert werden.
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