Antwort auf die Entgegnung von Gerhard Küntscher zur Arbeit „Zur Pathophysiologie der Frakturheilung“
✍ Scribed by M. Geiser
- Book ID
- 104765064
- Publisher
- Springer
- Year
- 1960
- Tongue
- English
- Weight
- 335 KB
- Volume
- 51
- Category
- Article
- ISSN
- 1434-3916
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✦ Synopsis
Die Behauptung, KONTSOHEt¢ sei selbst ebenfalls der Ansicht, dab ein Marknagel nicht zu absoluter Stabilisierung einer Fraktur fiihre, ist selbstverst~ndlich nicht aus der Luft gegriffen. Sie stellt eine logische SehluBfolgerung aus gewissen Arbeiten dieses Autors dar. Es wird wohl kaum jemand bestreiten, dab es eine ganze Anzahl yon Frakturen gibt, die ohne besondere Fixation anstandslos heilen. Eine rigide Fixation ist bei manehen Frakturen (z. B. l%ippenfrakturen, Clavieulafrakturen, Humerusfrakturen dureh den ehirurgischen Hals, gewissen Kleinkinderfrakturen) gar nicht notwendig. Trotzdem bin ieh yon KffXTSCa~RS Ansicht vollst~ndig iiberzeugt, dab der Callus mSgilehst vor meehanischer Beanspruehung geschiitzt werden soil, und dab dies nur dureh eine gute Fixationsmethode mSglieh ist. Ieh finde jedoch keine andere Erkl~rung ffir die Darlegungen KO~TSC~IE~s im Band 191 yon ,,Bruns' Beitr~ge zur klinisehen Chirurgie" aus dem Jahre 1955 als die, dab er selbst der Ansicht ist, dab die in praxi durchgefiihrte Marknagelung nicht absolut stabil ist. K ~s c a E a schreibt auf S. 200: ,,In der Regel wird man ja in dem Moment, in dem man merkt, dab der Nagel im distalen Fragment nicht weiter fortschreitet, sofort den Nagel zurfickziehen und einen diinneren w~hlen, so dab es nicht zu einem Auseinandersperren der Fragmente kommt, oder dutch die bald einsetzende Belastung wird das Klaffen der Bruchspalten beseitigt. Die elastische Verklemmung ist also dann nicht so stark, daB sie nicht dureh den Druck des gesamten Muskelquerschnittes und der Last des KSrpers fiberwunden werden kSnnte. In diesen F/~llen wird der Rest der Beanspruehung --es handelt sieh ja um eine Druekwirkung in L~ngsriehtung des Nagels --yon den Bruehfl~ehen aufgenommen werden. Unter der Annahme, daI3 es sieh um einen Brueh ohne jede Aussprengung handelt und dab die Bruehfl~ehen ganz genau einander gegenfiberstehen und sie auBerdem einander genau parallel liegen, wird dann der Druck pro Quadratmillimeter Knoehensubstanz keineswegs grSBer sein als vor dem Bruch, also bei intaktem Knochen. Er ist vielmehr geringer, und zwar ist der Betrag der Reibung zwischen Nagel und Markrohr abzuziehen." Wenn KO~TSCHE~ eine Reibung zwischen Nagel und Knochen postuliert, so glaubt er wohl selbst nicht an die absolute Stabilit~t einer solehen Fixation. Auf S. 201 derselben Arbeit finden wir: ,,In den soeben betraehteten F£11en erfolgt die Beanspruchung in der normalen Richtung, in der L£ngsriehtung, weft der Nagel nur dies gestattet. So wird die Knochensubstanz aueh sonst, wenn sie
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