Angeborene rechtsseitige Vagus- und Hypoglossusl�hmung (Tapia-Syndrom) als Ursache eines Stridor congenitus
✍ Scribed by Ruhrmann, G.
- Book ID
- 104780329
- Publisher
- Springer-Verlag
- Year
- 1963
- Weight
- 338 KB
- Volume
- 88
- Category
- Article
- ISSN
- 0044-2917
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✦ Synopsis
Die Ursaehen eines angeborenen Stridors sind vielgestaltig, ihre Folgen selten lebensbedrohlieh 2, 3,4, 5. Eine genauere Analyse ist oft sehwierig, aber wegen der Frage, ob eine Behandlung n6tig ist oder nieht, dringend erforderlich. Die direkte Laryngoskopie mit einem elektrisehen Mundspatel, gegebenenfalls in Narkose, die Traeheo-Bronehoskopie und die R6ntgenuntersuehung der oberen Luftwege in zwei Ebenen sind dabei wiehtige tIilfsmittel. Auf diesem Wege konnten wit eine lebensbedrohliche Stridorform kl~ren, die in dieser Art und Weise noeh nicht besehrieben wurde. Deshalb sei im folgenden unsere Beobaehtung kurz mitgeteilt.
Krankengeschichte
Der 15 Tage alte Ernest K., aus einer gesunden amerikanisch-deutschen Familie stammend, wurde am 26.2. 1961 wegen einer schweren Atembehinderung stationer aufgenommen (Aufnahme-Nr. 2134/1960--61). Die Mutter brachte das Kind nach normMer Geburt zur Welt. Da sie vorausgehend zwei Fehlgeburten hatte, wurde sie in Amerika 4 Monate bis zum Watu'nehmen der ersten Kindsbewegungen mit Enovid behandelt (Hormonprs der Firma Searle, aus Oestron und Oestradiol bestehend, Tabletten zu 10 rag). Von Geburt an fiel eine erschwerte ,,schnorchelnde" Atmung auf, weshMb anfangs Sauerstoff gegeben wurde. ])as Kind trank an der Brust zun~chst ausreichend. Zu Hause betrug die Trinkmenge aber nut noch 300 cm a t~glich. Die Atmungsbehinderung nahm sti~ndig zu, der Leib war gebls und das Kind erbrach. Da man eine leicht vergr6Berte Schilddrfise tastete, wurde es zuniichst mit Jodex-Salbe behandelt. Der Stridor verst/~rkte sich aber derart, dab der v611ig ersch6pfte Junge am 26. 2. 1961 aufgenommen werden muBte. Au/nahmebe/und. Sehr lauter inspiratorischer Stridor. Leichte Cyanose. Starke Einziehungen im Jugulum und am Zwerchfellansatz. Die Atmung war unregelmi~Big, setzte immer wieder aus und bereitete groBe Anstrengung. Dem Gers nach handelte es sich um einen hochsitzenden, laryngeal bedingten Stridor. Der Rachenraum war weir; auff~illig eine atrophische rechte Zungenh~ffte, durch die gesunde Seite nach rechts abgedri~ngt. Beim Inspirium wurde die Zunge nach rechts hinten unten verzogen und wich kippend zur Seite ab. Der Kehldeckel war mit ttiffe eines MacIntosh-Spatels ohne Narkose nur eben sichtbar, der Kehlkopf nicht zu fibersehen. Der Stridor zeigte keine Lageabhi~ngigkeit und lieB sich in keiner Weise befriedigend beeinttussen. RSntgenologisch waren Rachen-und Kehlkopfeingang sehr weir. Im Glottisbereich verhielt sich das Luftband in beiden Ebenen auffEllig eng, subglo%isch etwas