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Aminocarbonsäuren und Haarkeratin mit unsymmetrisch eingebauten Disulfidbindungen, ein Beitrag zu dem Problem des Disulfidaustausches

✍ Scribed by Schöberl, Alfons ;Gräfje, Heinz


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1958
Weight
1007 KB
Volume
617
Category
Article
ISSN
0074-4617

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✦ Synopsis


Abstract

Durch Umsetzung von Thiosulfinaten RSOSR mit Thiolen R′SH in organischen Lösungsmitteln werden in rund 80‐proz. Ausbeute 14 unsymmetrisch gebaute Disulfide RSSR′ und Bisdisulfide RSS(CH~2~)nSSR′ hergestellt, die gleichzeitig Monoamino‐ und Diamino‐dicarbonsäuren oder Diamino‐monocarbonsäuren sind und sich vom Cystein und Homocystein ableiten. Die zur Synthese notwendigen „Disulfidmonoxyde”︁ lassen sich auch aus Cystin, Homocystin, Cystamin und cyclischen Disulfiden bereiten. — Die SH‐Gruppen in reduziertem Haarkeratin (Schafwolle) reagieren ebenfalls leicht im Sinne der Modellversuche mit „Disulfidmonoxyden”︁ Hierbei werden unter Erhöhung des S‐Gehaltes der Fasern unsymmetrisch substituierte Disulfidgruppen in das Keratin eingebaut, und es kann zu Vernetzungsreaktionen kommen. — Die sich einstellenden Gleichgewichte zwischen symmetrischen und unsymmetrischen Disulfiden RSSR + R′SSR′ ⇄ 2 RSSR′ werden durch Ermittlung von Gleichgewichtskonstanten interpretiert. Bei diesem Disulfidaustausch sind Mercaptid‐Ionen und starke Säuren wirksame Katalysatoren, die Kettenreaktionen starten. Auch ultraviolettes Licht ist wirksam.