𝔖 Bobbio Scriptorium
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Abwässer, Schlämme sowie feste Rückstände der chemischen Industrie — Aufbereiten, Verbrennen, Deponieren

✍ Scribed by Franke, G.


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1977
Weight
602 KB
Volume
79
Category
Article
ISSN
0931-5985

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✦ Synopsis


Abstract

Die Bedeutung der Politik über Abfallkontrolle in chemischen Großanlagen wird hervorgehoben, und die Systeme zum Aufsammeln, Transportieren, Verarbeiten und Deponieren werden beschrieben. Als Beispiel werden die Uerdinger Werke der Bayer AG diskutiert, um die Art, den Ursprung und die Verarbeitung einzelner Arten von Abfällen (Abwasser, brennbare und nicht brennbare Rückstände) aufzuzeigen. Die gesamte Menge des anfallenden Abwassers besteht zu 80% aus Kühlwasser, zu 10% aus Abwasser der Produktion von anorganischen Stoffen. Das mit organischen Stoffen beladene Abwasser wird in einer mechanischen, zweistufigen biologischen Kläranlage gereinigt (η>96%). Abwasser mit hohem Gehalt an organischen Stoffen wird bereits bei der Verarbeitung speziell behandelt, um den größeren Anteil an organischen Stoffen zurückzugewinnen (Recycling). Die brennbaren Rückstände, die zu einem Drittel aus Abfallstoffen und zu zwei Drittel aus Rückständen fester, pastöser oder fast flüssiger Konsistenz bestehen, werden einer Verbrennungsanlage zugeführt. Der gemischte Schlamm aus der zentralen Abwasser‐Kläranlage ist auch als brennbarer Rückstand anzusehen. Dieser Schlamm wird nach Trocknung in einem Wirbelschichtofen verbrannt, wobei gleichzeitig flüssige Rückstände zugeführt werden. Die nicht brennbaren Rückstände (spezielle Abfälle) werden in kontrollierten Deponien gelagert. Diese Rückstände bestehen aus Bauschutt, Asche und Schlacke aus Verbrennungsanlagen und dergleichen. Während der Herstellung von anorganischen Pigmenten entstehen weitere nicht brennbare Rückstände. Sie werden neutralisiert und einer Sekundärbehandlung unterworfen, in der die oxidierbaren Komponenten reduziert und dann in unlöslicher Form ausgefällt werden. Der entstandene Schlamm wird auf einen Lastkran geladen und zum Füllen von ausgeschöpften Kiesgruben am Niederrhein verwendet. Besonders kritische Rückstände werden in Fässern verschlossen und unterirdisch in einer außer Betrieb stehenden Salzgrube gelagert.